Deep In The Woods

Ein bißchen Muffensausen hatten sie schon, als der Baron Axel de Fersen die vier jungen Schauspieler Sophie, Wilfried, Mathilde und Mathieu in sein abgelegenes Schloß einlud, um dort für de Fersens kleinen Enkelsohn Nicolas das Märchen vom Rotkäppchen zum besten zu geben. Ihre leichten Verstimmungen ob der etwas geheimnisvollen Art des Barons waren schon berechtigt, aber es soll schlimmer kommen!

Auf der Hinfahrt geht’s schon los, als aus dem Radio die Nachricht ertönt, daß eben in jenen Wäldern, durch die sie sich gerade den Weg zum Schloß bahnen, ein passionierter Frauenmörder seinem Handwerk nachgeht. Der an den Rollstuhl gefesselte Baron ergeht sich nur in schwülstigen Rätseln, der kleine Nicolas ist stumm, und der vernarbte Wildhüter und de Fersens Bediensteter Stéphane ist das perfekte Abbild eines potentiellen Schlächters. Der Baron umwirbt den verunsicherten Schönling Wilfried, die jungen Mimen werden vor dem Wald gewarnt, und die Dinge nehmen ihren grausamen Verlauf: Nicolas ist nach dem Theaterstück erzürnt, rammt sich die Gabel ins kindliche Händchen, der Baron tickt aus, unsere vier jungen Freunden gehen doch in den Wald. Mathilde packt als erste die schiere Angst im undurchschaubaren, geräuschvollen Dickicht und rennt zurück ins Schloß. Falsche Entscheidung! Dort wird sie - fast klassisch - im Badezimmer erwürgt. Vom Wolf...

Spielfilm-Regiedebütant Lionel Delplanque setzt weniger auf Logik in seinem wunderbar matschig-gory Horrorspektakel als auf die blanke visuelle Attacke. Hypnotische Kamerafahrten, brillante Bildkompositionen und Mimen wie aus Zuckerguß heben sein Werk über die billigen Massen-Teenie"horror"filmchen der jüngeren Vergangenheit hinaus.

Heftige Schockelemente, eine süßliche Brise erotischer Balz und das rasante Tempo lassen auch das etwas gestelzte Ende vergessen. Wird wohl erst ab 18 im Kino frei sein und das ist gut so!

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

Originaltitel: PROMENONS-NOUS DANS LES BOIS

F 2000, 90 min
Label: Kinowelt HE

Genre: Horror

Darsteller: Vincent Lecoeur, Denis Lavant, François Berléand, Marie Trintignant

Regie: Lionel Delplanque

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zur DVD




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.