Originaltitel: THE BOONDOCK SAINTS

USA 1999, 108 min
Label: Capelight

Genre: Action, Thriller, Kult

Darsteller: Willem Dafoe, Sean Patrick Flanery

Stab:
Regie: Troy Duffy
Drehbuch: Troy Duffy

Der blutige Pfad Gottes

Elf Jahre stand der von seiner Fangemeinde kultisch verehrte Film auf dem Index, mühselig, darüber den Kopf zu schütteln, gerade in Anbetracht dessen, was die behördliche Willkür sonst so durchwinkt. Klar, es ist ein hartes Ding, geht aber auch nicht anders, wenn von Mafia erzählt wird. Hier sogar von einer regelrechten Reinigung, denn die beiden Brüder Connor und Murphy haben es sich zur Aufgabe gemacht, Boston wieder „sauberer“ zu machen, zu befreien von dem gewalttätigen Gesindel der Italo- und Russenmafia, von Dealern, Vergewaltigern und Mördern. Und weil Reden trotz der Vielsprachigkeit der MacManus-Brüder per se nicht zum Verständnis beitrüge, hilft nur eins: Gegengewalt und zwar von der brachialsten und – das muß man schon sagen – raffinierten Sorte. Richtig spannend wird deren Kreuzzug durch das Parallelagieren des schwulen FBI-Agenten Smecker, der den Jungs durchaus Sympathie entgegenbringt. Willem Dafoe spielt diesen Smecker mit herrlich wahnsinniger Arroganz und Grandezza, dazu paßt dessen Liebe zur Klassik, die durch seine Kopfhörer schallt, wenn er die Tatorte inspiziert.

Interessant montiert, mit ordentlichem Body Count und schön stilisiertem Gepose macht der einst vom Glück nicht gerade beseelte Film durchaus Spaß. Regisseur Troy Duffy genoß damals die Gunst der mächtigen Weinstein-Brüder, die ließen ihn nach einigen Eskapaden wie eine heiße Kartoffel fallen, die Entstehung des Films geriet ins Wanken. Im US-Kino wurde Troys Debüt boykottiert und floppte gewaltig. Berechtigterweise erhielt der Film aber seine Wiedergutmachung auf dem Videomarkt.

Wäre auch schade drum gewesen, denn in seinem opernhaften, bisweilen an schönes Ballett erinnernden Gestus und mit der notwendigen Prise an herbem Witz geht das Werk weit über all die arg zusammenkopierten und sklavisch hofierten Tarantino-Bleiballaden hinaus.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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