Originaltitel: PIERROT LUNAIRE

D 2014, 51 min
Label: GMfilms

Genre: Experimentalfilm, Schwul-Lesbisch, Literaturverfilmung

Darsteller: Susanne Sachse, Boris Lisowski

Regie: Bruce LaBruce

Pierrot Lunaire

Bruce LaBruce bleibt überraschend. Nach immer auch pornographisch gefärbten Ausflügen ins Strichermilieu, auf Skinheadterrain, in Zombiegefilde und nach Reflexionen über Gerontophilie überrascht das kanadische Schreckgespenst des queeren Kinos mit einer – höflich ausgedrückt – auch anstrengenden Adaption eines einst durch den großen Arnold Schönberg vertonten Gedichtzyklus’. LaBruce arbeitet sich an einer Stummfilmästhetik mit Zwischentiteln ab, inszeniert eine reichlich quälende Genderrevue, streut sägende Rezitationen in einen durchaus wüsten Plot aus verkannter Liebe, Mord, Phallustigkeit und Brustverfluchung. Dazu räkeln sich mal glatzköpfige, mal südländisch bärtige Gogos am Puffgestänge – ein schon auch arg bemühtes Spiegelbild von Sehnsucht nach Männlichkeit und Trophäenjagd.

Sicher, PIERROT LUNAIRE taugt ganz fabelhaft zum universitären Gender- und Kunstdiskurs, für einen LaBruce ist diese Anstrengung trotz der obligatorischen Ejakulationsszene irgendwie dann doch zu bieder.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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