Originaltitel: RINGU

J 1998, 96 min
Label: E-M-S

Genre: Literaturverfilmung, Horror

Darsteller: Nanako Matsushima, Miki Nakatani, Hiroyuki Sanada, Yuko Takeuchi

Regie: Hideo Nakata

Ring - Das Original

So etwas ist schnell Stadtgespräch: Auf mysteriöse Weise starben innerhalb kurzer Zeit im selben Moment in gleicher Manier mehrere Menschen. Für die Journalistin Reiko ist dies über ihre berufliche Neugier hinaus eine Herausforderung, schließlich gehört ihre Nichte Tomoko zu den Opfern. Der Todeshergang klingt so abenteuerlich wie ein Fluch aus der orientalischen Märchenwelt: alle Opfer hatten zuvor ein Video gesehen, erhielten kurz darauf einen Anruf und von da an blieben ihnen nur noch sieben Tage zu leben. Bald verfolgt Reiko eine heiße Spur, die ihr allerdings einiges abverlangt: auch ihre Lebensuhr tickt bedrohlich, schließlich mußte sie zur Recherche das Band sehen. Sie ist denkbar gehetzt in ihrer Arbeit, immerhin gilt es, Schlimmstes zu verhindern. Denn eines Nachts wacht sie auf und sieht nach ihrem sechsjährigen Jungen: er sitzt im Wohnzimmer und schaut Fernsehen. Aber eben nicht den Kinderkanal ...

Natürlich kann auch das japanische Original nicht mit lückenloser Logik bestechen, aber dafür hat man im Gegensatz zum amerikanischen Blockbuster-Remake hier auf subtilen Grusel statt Budenzauberei gesetzt. Da bedarf es keiner halbseiden dräuenden Nebelschwaden, keiner silbrig glänzenden Rösser im Halbdunkel, da wird eben mehr angedeutet als bis zur puren Ödnis ausgelabert.

Herrlich schaurig arbeitet Regisseur Hideo Nakata mit einer nervenzerrenden Klangkulisse, mit begründet schreckhaften Gesichtern und nicht zuletzt mit dem klugen Verzicht auf das blanke Draufhalten. Viel wird nur angerissen, der Grusel oft nur häppchenweise portioniert. Da bleibt dem Hirn des Zuschauers noch die Möglichkeit, ein eigenes Horror-Szenario aufblühen zu lassen.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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