Originaltitel: ANATOMIE DE L’ENFER

F 2004, 74 min
Label: Pierrot Le Fou

Genre: Erotik

Darsteller: Amira Casar, Rocco Siffredi

Regie: Catherine Breillat

Romance 2

Der Titel ist Quark und als Anbiederung an Catherine Breillats wohl größten Erfolg plump. Das braucht der Film nicht, er funktioniert ganz frei als feministisches Pamphlet, als experimentelle Versuchsanordnung zur Ergründung weiblicher Belastungssexualität. Lange gefackelt wird mal wieder nicht – zum Auftakt ein Blowjob, und auch Rocco Siffredi, der diesmal mehr und beinahe richtig agieren darf, spielt sein Talent nach wenigen Minuten aus. Eine Frau bezahlt einen Schwulen dafür, daß er ihren Körper akzeptiert, sie erforscht und penetriert, denn nur Homos können Frauen ohne Berechnung ansehen.

Dies ist eine der Thesen des Films, der trotz des Laborcharakters nichts Kaltes hat. Breillat selbst moderiert stimmlich im Hintergrund, sie kündet von der Uneinsichtigkeit des Weiblichen und der Zerstörung der Liebe durch Brutalität, und es gelingt ihr – trotz einer Heugabel im Anus der Protagonistin, trotz einer mit Lippenstift beschmierten Scham und trotz jeder Menge Schleim und Menstruationsblut – ein romantischer Film. Weil Breillat noch voller Hoffnung ist, indem sie Beweise für die Beschränktheit des Mannes und die Obszönität der Frau liefert.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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