Originaltitel: 11:14

USA 2003, 86 min
Verleih: 3 L

Genre: Episodenfilm, Komödie

Darsteller: Rachel Leigh Cook, Hilary Swank, Patrick Swayze

Stab:
Regie: Greg Marcks
Drehbuch: Greg Marcks

Kinostart: 01.09.05

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11:14

Verstrickungen und Gemeinheiten

Jack braust durch die Kleinstadt Middleton, den nächtlichen Blick vom Fusel getrübt. Als die Uhr auf 23 Uhr 14 schaltet, gibt es einen Aufprall, die Frontscheibe seines Wagens zersplittert. Schockiert steigt Jack aus und entdeckt die Leiche eines Mannes. Zeitgleich fahren die Teenager Eddie, Mark und Tim in ihrem Van durch die Kleinstadt, randalieren, pinkeln aus dem fahrenden Auto und überfahren eine junge Frau. Größer als der Schock durch den Unfall ist Eddies Schmerz - er verlor beim Aufprall ein ihm durchaus wichtiges Körperteil.

Es sind allerhand Lebenswege, die sich im amerikanischen Middleton auf bösartige Weise kreuzen. Da wären noch ein besorgter Vater, der die Spuren eines Mordes verwischt, den möglicherweise seine Tochter Cheri begangen hat. Cheri wiederum ist gar nicht so sehr Daddys Liebling, wie er glaubt. Ganz die Kleinstadtschlampe will sie gleich zwei Männer abzocken und bezahlt am Ende selbst einen hohen Preis. Und Officer Hannagan, dem Polizisten des Kaffs, gehen im Verlauf der Handlung die Handschellen aus. Für alle hält die schicksalhafte Nacht um 11:14 ihre persönliche Katastrophe bereit.

Genau genommen ist es nicht ein zentraler Knotenpunkt des Unglücks, sondern gleich mehrere Ereignisse, die hier die Protagonisten verbinden, deren Namen aus einem Pony-Comic stammen könnten - Buzzy, Duffy und Cheri. Doch wer will schon kleinlich sein, schließlich wird verschachtelt und in der Zeit gesprungen, daß sich die Kino-Balken biegen. Daß die Uhrzeit 11:14 nicht so wesentlich ist, wie uns Einblendungen, tickende Zeiger und nicht zuletzt der Filmtitel weismachen wollen, stört auch nicht weiter. Vielmehr ist es der schale Beigeschmack des Niederträchtigen, der dieses Fatalitäts-Patchwork zum halbherzigen Spaß macht. Heimtückisch verleumdet Greg Marcks in seinem Drehbuch rückblendend jeden der Charaktere. Damit paßt er sich perfekt ins Konzept seiner White-Trash-Groteske, in der jeder jeden bescheißt. Beim Zuschauer erreicht er damit leider nur Gleichgültigkeit und bleibt weit hinter den emotionsgeladenen Geschwistern im Geiste - von MAGNOLIA über GO bis zu AMORES PERROS - zurück.

Für den finalen Schwenk holt sich Marcks Nancy Sinatras genialen Song "These Boots Are Made For Walking" zu Hilfe. Fußabdrücke für die Nachwelt wird 11:14 wahrscheinlich keine hinterlassen.

[ Roman Klink ]

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