Originaltitel: 28 DAYS

USA 2000, 103 min
Verleih: Columbia

Genre: Komödie

Darsteller: Sandra Bullock, Elizabeth Perkins

Regie: Betty Thomas

www.soapcity.com/28days

Kinostart: 04.05.00

Noch keine Bewertung

28 Tage

Die Bullock als Drogenwrack

Die Schriftstellerin Gwen Cummings lebt mit ihrem Freund in New York. Immer voll auf Touren, durch Drogen euphorisiert, stürzt sie in die heißesten Clubs von Manhattan. Auf der zwanghaften Suche nach dem Kick läßt sie keine Party aus. Als sie randvoll mit Tabletten und Alkohol bei der Hochzeit ihrer Schwester ankommt, legt sie einen nicht gesellschaftsfähigen Auftritt hin und fliegt zu allem Unglück in die prächtige Hochzeitstorte. Als sie dann noch einen Unfall mit dem Auto hat, wird sie vom Gericht zu 28 Tage Reha-Klinik verdonnert. Dort muß sie, nach ihrer Meinung, idiotische Regeln und Rituale einhalten. Und ihr Drogenproblem meint sie im Griff zu haben.

Doch die Angst vor dem Knast ist größer, so akzeptiert Gwen nach anfänglichen Schwierigkeiten das kontrollierte Leben der Entziehungskur. Immer bewußter setzt sie sich mit ihrem Leben auseinander, lernt ihre Unsicherheiten und Ängste zu benennen und sich Problemen zu stellen. Die nüchternen Zusammentreffen mit ihrem Freund werden für Gwen unangenehm. Und ihrer Schwester kommt sie näher, indem sie mit ihr über ihre gemeinsame, schwierige Kindheit spricht.

Gwen ist eine Paraderolle für Sandra Bullock. Sie weiß wirklich komische Momente zu meistern. Die Entwicklung vom Partygirl zur selbstbewußten Frau, die ihre innere Stärke entdeckt, spielt Sandra Bullock mit viel Charme. Aber auch Steve Buscemi weiß in einer ungewöhnlichen Rolle, als Anstaltsleiter, zu überzeugen. Nur holpert der Film dramaturgisch unentschieden zwischen Komödie und Tragödie, mal seriös, dann nachdenklich oder nur noch albern. Wie das Leben nicht nur eine große Sause ist, ist eine Entzugsklinik nicht nur ein Tollhaus voller durchgeknallter Typen. Die Mitpatienten sind in der Auflistung aller Klischees besetzt, ein überdrehter Schwuler oder ein hochsensibler Doktor bringen dem Film nur schlechte Witze und langweilige Slapstick. Einzig das Schicksal von Gwens Zimmergenossin Andrea läßt ahnen, daß der Entzug nicht so einfach ist, wie der Film es uns zeigt.

[ Mathilda Bergman ]

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.