Originaltitel: 2 GUNS

USA 2013, 109 min
FSK 16
Verleih: Sony

Genre: Action, Komödie

Darsteller: Denzel Washington, Mark Wahlberg, Paula Patton

Regie: Baltasar Kormákur

Kinostart: 26.09.13

5 Bewertungen

2 Guns

Vampirimus, Starpower und die Wonnen beim Ballern

Es gibt europäische Regisseure, die landen nach einschlägigen Erfolgen in Hollywood, und alles, was ihre früheren Arbeiten an eigener Handschrift auszeichnete, ist ab sofort wie exorziert. Man konnte und kann das ja immer wieder mal erleben, diesen vampirischen Charakter der Traumfabrik.

Regisseur Baltasar Kormákur ist ein Isländer, der in seiner Heimat wenigstens zwei starke Filme drehte (101 REYKJAVIK, DIE KALTE SEE) und 2010 – Hollywood hatte gerufen – mit seiner ersten US-Produktion reüssierte. Und zwar respektabel: RUN FOR HER LIFE ist ein düster-dramatisches Werk, dem 2012 CONTRABAND folgte: ein schwächerer Film, aber immer noch sehenswert und die erste Zusammenarbeit Kormákurs mit Mark Wahlberg. Der spielt nun auch in 2 GUNS eine der beiden Hauptrollen. Die andere gehört Denzel Washington, und beide bilden jene Art Starpower, die zeigt, daß Kormákur endgültig in Hollywood angekommen ist. Und was heißt das für diesen Film? Nun, der ist ganz Hollywood und dennoch reiner Kormákur. Ja, so was gibt es. Und so was bereitet Spaß.

Hier jenen der zynischen Sorte. Die Story ist im Kern simpel (zwei Kerle raufen sich zusammen und lassen es krachen), im Handlungsverlauf aber recht hakenreich: Bobby Trench und Stig Stigman sind üble Gauner. Glaubt jedenfalls der eine vom anderen. Denn tatsächlich sind die beiden (üble) Agenten, jeweils angestellt bei verschiedenen (üblen) Behörden, zwischen deren Mühlen sie schnell geraten. Ein Banküberfall, die mexikanische Drogenmafia, aggressive Rednecks, allerlei Geheimdienstler – und nirgends offenes Spiel, Loyalität und Verläßlichkeit. Kein Wunder, daß man diese Welt in Schutt und Asche ballern will. Bobby und Stig tun es ausgiebig und mit Wonne.

Und Kormákur zeigt es so: ausgiebig und mit Wonne. 2 GUNS ist Staub und Dreck und Hitze. Ist Blut und Schweiß und garstiger Humor. Daß der Film im Südwesten der USA spielt, gibt ihm eine reizvolle Western-Anmutung, einen Peckinpah-Touch, der dann auch in der zünftigen, herrlich hochgepeitschten Action seinen Niederschlag findet. Dialoge voller Sarkasmus und Chauvinismus, ein ewiges Belügen und Betrügen, ein wilder Haufen exzentrischer Charaktere und zwei Hauptakteure, die ihre Figuren lustvoll zwischen Coolness und Irrsinn changieren lassen. Nein, Kormákur ist noch kein Vampiropfer.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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