Originaltitel: 31

USA/GB 2016, 103 min
FSK 18
Verleih: Tiberius

Genre: Thriller, Psycho

Darsteller: Sheri Moon Zombie, Malcolm McDowell, Meg Foster, Richard Brake, Lawrence-Hilton Jacobs

Stab:
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie

Kinostart: 27.10.16

Noch keine Bewertung

31

Don’t Believe The Hype!

Eine unlösbar festgezurrte Konstante bei Filmen von Rob Zombie besteht darin, daß man sich nirgends an etwaigen Handlungstiefen abarbeiten muß. So natürlich ebenfalls hier, daher das Rudiment in voller Pracht: Halloween biegt jeden Moment ums Eck, eine Gruppe Schausteller befindet sich auf dem Weg zum nächsten Auftritt, wird überfallen und teils getötet. Fünf bleiben übrig und sind auserkoren, ein „31“ benanntes Spiel zu absolvieren. Der Einsatz: das nackte Leben. Wer nach zwölf Stunden Kampf gegen Mörderclowns immer noch atmet, darf gehen. So die einzige Regel.

Nun hat Zombie zwar seit HAUS DER 1000 LEICHEN kontinuierlich abgebaut, trotzdem flackerte ein schwaches Flämmchen der Hoffnung aufs Besinnen und frische Erstarken. Bis jetzt. Denn Zombie pustet es endgültig aus mit etwas, das vorab in Fankreisen riesigen Hype erlebte. Krank wie nie sollte das Ding sich gebärden, Brutalität quasi neu definieren, dem Jugendschutz höhnisch in die ängstlich verzerrte Fratze lachen. Okay, die FSK zeigte sich tatsächlich unerfreut, es gab erst bei Versuch No. 2 überhaupt eine Freigabe. Und korrekt, das psychopatische Personal geht arg rabiat zur Sache, wenn auch durch Wackelkamera oder Kopfschmerz-Discolicht praktisch vorsorglich zensiert, weil schlecht erkennbar. Was aber bietet der Rest?

Das Übliche: Zombies zum Schreien untalentierte Gattin Sheri Moon führt im Das-Haar-sitzt-dennoch-Heroinen-Modus miese bis vereinzelt mäßige Darsteller an, dabei darf sich Malcolm McDowell bis auf die Knochen blamieren und schöpft diese Chance voll aus. Zombie selbst wiederum langweilt das Publikum, verzichtet komplett auf Dramaturgie, einen Spannungsbogen oder bloß Tonspurhorror, ihm geht es schlicht darum, sein Panoptikum des Widerlichen und Absurden vorzuführen. Nur schocken kleinwüchsige Hitler-Doubles, Witze über Baby-Blowjobs, permanente Frauenfeindlichkeit, debilste (ja, Superlativ!) Sex-Dialoge und ähnliche Superspäßchen für „Voll-kraß-hammerhart-ey“-Hohlgefäße den erwachsenen Menschen nicht, sie öden ihn lediglich an.

Zumindest darf man gratulieren, da offenbar ein cineastisches Traumpaar gemeinsam des holprigen Weges schreitet: Erbärmliche Möchtegern-Aktrice hat nicht weniger armseligen Pseudo-Regisseur geehelicht. Wir wünschen weiter schönes gemeinsames Dilettieren, doch künftig bitte unter Ausschluß der deswegen leidenden Öffentlichkeit.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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