Originaltitel: CHARLIE’S ANGELS: FULL THROTTLE

USA 2003, 100 min
Verleih: Columbia

Genre: Komödie, Action

Darsteller: Cameron Diaz, Drew Barrymore, Lucy Liu, Bernie Mac, Demi Moore

Regie: McG

Kinostart: 10.07.03

Noch keine Bewertung

3 Engel für Charlie – Volle Power

Explosive Himmelfahrt mit leichten Motorschäden

Wie schrak man damals angesichts der Nachricht zusammen, Hollywood sei auf die glorreiche Idee gekommen, Charlies Engeln nach fast 20 Jahren TV-Abstinenz im Kino neues Leben einzuhauchen! Ein Trupp serienerprobter Seventies-Super-Emanzen mit feschen Fönfrisuren tritt miesen Mannsbildern mächtig in den Hintern – das klang ... allerliebst.

Irrtum vom Amt, denn was dann vor die Linse kam, war statt des befürchteten Gute-alte-Zeit-Vehikels ein ausgereifter, moderner Actioner mit sexy Ladies, vor allem jedoch Mut zu Unfug aller Art nebst ironischer Note; durch gewollte Sinnlosigkeit allein auf pure Unterhaltung ausgelegt und dabei oftmals schon bewußte Selbstparodie. Wer daran Spaß haben konnte, liegt bei der Fortsetzung noch immer richtig.

Diesmal muß das kämpferische Triumvirat ran, um Personen des amerikanischen Zeugenschutzprogramms vor Attentaten seitens der Amazone Madison Lee – ein zur Schurkin mutierter Ex-Engel und somit ebenbürtige Gegnerin – zu bewahren. Weil es spätestens seit Peter Jacksons Tolkien-Trilogie Erfolg verspricht, Schicksale an kostbares Geschmeide zu binden, spielen dabei zwei High-Tech-Ringe eine gewichtige Rolle. Natürlich kein Problem für das Elite-Team. Gefährlich wird die Lage erst, als dunkle Schatten der Vergangenheit unsere "Der Lidstrich hält trotzdem"-Heldinnen plötzlich auf persönlicher Ebene involvieren ...

VOLLE POWER ist im Vergleich zum Original ganz einfach stylisher, pompöser, substanzloser (ja, das geht!), überkandidelter. Dazu geben sich Größen wie Bruce Willis oder Pink die Ehre kurzer Gastauftritte, John Cleese trotte(l)t gewohnt amüsant daher, und sogar Demi "Madison Lee" Moore fällt nicht negativ auf. Dies übersteigt zwar jede Erwartung, ist andererseits aber wenig verwunderlich, schließlich tut sie meist nur, was sie sowieso am besten kann: in leichter Robe ihre silikonverstärkten Talente zur Ansicht bringen.

Bloß schade, daß neuerdings auch zähe Melodramatik vom Firmament trieft, was die göttlichen Grazien manchmal fast Sturzflüge erleiden läßt.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.