D/Österreich 2010, 93 min
Verleih: Falcom

Genre: Klamotte

Darsteller: Christian Tramitz, Matthias Schweighöfer, Roland Düringer, Adele Neuhauser, Alfred Dorfer, Christian Ulmen

Regie: Harald Sicheritz

Noch keine Bewertung

3faltig

Du lieber Gott!

Der Heilige Geist hat es nicht leicht: Als Mensch wandelt er unter dem Decknamen Hage über die Erde und versucht, christliche Devotionalien zu verschachern. Doch Jesus-Lenkdrachen oder Erzengel-Girlanden laufen eher schlecht, auch Bloody Marys (selbsttätig Blut weinende Marien-Statuetten Made In Taiwan) versprechen keinen Verkaufserfolg. Weil das aber noch lustiger geht, taucht pünktlich am Heiligabend Christl auf, Jesus persönlich, und verkündet für Silvester mal eben die Apokalypse. Was wiederum Hage nicht gefällt, denn just dann soll sein Musical „Holy Spirit Megastar“ Premiere feiern …

Wer jetzt schon Tränen lacht, für den plauzt das Machwerk forsch voran: Hage, ganz Geschäftsmann, zieht Christl auf seine Seite, indem er ihm Go-Go-Girl Mona vorstellt und Liebe erweckt, wozu der Weltuntergang natürlich wenig paßt, weswegen Christl Papa Gott – welcher aussieht wie Karl Marx und seine Szenen stumm absitzt – diesbezügliche Pläne ausreden will. Aber leider fällt Mona einem Unfall zum Opfer und wird selbst als Tote am laufenden Band weiter gekillt, während das Filmchen seine Chance nutzt, jeden dämlichen Leichenfledderei-Gag auszuwalzen. Zwischendurch schaut mal Christian Ulmen vorbei, und gegen Ende erreicht das banale Treiben seinen Tiefpunkt, indem man tatsächlich oben genanntes Singstück, über dessen Unterhaltungsfaktor oder Verve es nichts, wirklich rein gar nichts Positives zu vermelden gibt, auszugsweise um die Ohren gehauen bekommt. Weil anscheinend für Statisten kein Geld mehr übrig war, tummeln sich unter den Zuschauern auch gleich alle bisher eingesetzten Kleindarsteller. Danach ist gnädigerweise Schluß, allerdings nicht ohne blödsinnige Pointe.

Was schwarzer Humor sein will, dümpelt nur geschmacklos vor sich hin. Die intendierte Satire versackt in Beliebigkeit und Holzhammer-Komik, in der zum Beispiel gemordetes Getier für brüllendes Gelächter sorgen möchte. Und weil ja angeblich dumm bleibt, wer nicht fragt, würden wir an dieser Stelle gern erfahren: Wieso gelang es vier Drehbuchautoren nie, dem Skript Schliff zu verleihen? Weshalb sind Ostblockwitze heuer immer noch an der Tagesordnung, und gibt sich die eigentlich wie gewohnt toll aufspielende Adele Neuhauser für eine Rolle als tschechische Haushälterin mit Sado-Maso-Tendenzen her? Oder, zusammengefaßt: Warum geriet 3FALTIG bloß dermaßen einfältig?

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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