D 2003, 86 min
Verleih: Piffl

Genre: Dokumentation, Biographie

Darsteller: Klaus, Hannes, Wolfgang, Dieter, Volker, Hartmut, Jochen Hufschmidt

Stab:
Regie: Sebastian Winkels
Drehbuch: Sebastian Winkels

Kinostart: 20.11.03

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7 Brüder

Brüderlich: Sieben teilen sich eine Geschichte

Dem Ehepaar Hufschmidt in Mülheim an der Ruhr, Memelstraße 7, wurden in den Jahren 1929 bis 1945 sieben Söhne geboren. Eine Generation später erreichte die freudige Nachricht Sebastian Winkels an der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen und gab ihm Gelegenheit, einen ganz fabelhaften Film über die Familie, unterschiedliche Lebenswege, die letzten Jahre des Krieges und die ersten der Bundesrepublik Deutschland, vor allem aber mit wunderbaren Zeit- und Selbstzeugen zu machen. Einzeln hat Winkels die Herren vor seine Kamera gebeten und ihnen im schwarzen Studioraum einen Stuhl auf den Schachbrett-gemusterten Boden gestellt.

Der erste nimmt Platz und guckt sich um. Einer zupft verlegen Fusseln vom Pullover, der nächste sortiert Arme und Beine, bis sie dort sind, wo sie hingehören. Ähnlich sind sie sich in so manchen Gesichtszügen, in trockenem Witz und Wachheit für ihre Umgebung, so verschieden jedoch in Beruf, Temperament, Interessen. Über Nazizeit und Kinderlandverschickung erzählen sie - verbindende Erfahrung für sechs von ihnen, die den Jüngsten immer ausschließt. "Der Jochen ist Nachkrieg" - eine riesige Kluft von wenigen Jahren, die den Geschwistern natürlich auch diese Bitte der Mutter bescherte: "Verwahr mal den Jochen." Wenn vom Vater die Rede ist, dann auch davon, daß er bis zuletzt die Zahl der ermordeten Juden bezweifelte. Das "Sandwich-Kind", aus dem wohl schon deswegen nichts anderes als ein Schauspieler werden konnte, erkennt bei sich selbst den ulkigen Gang des Vaters wieder und führt ihn vor. Berichtet wird, wie man den Wünschen der Eltern entsprach oder sich widersetzte, von einer Badehose für alle, den Ohrläppchen der Mutter, und wie sie zu Hause ganz zärtlich die neue Tischwäsche streichelte.

Winkels hat seinen Protagonisten keine Fragen gestellt, sondern jedem von ihnen einen Tag lang zugehört, bevor er das Filmmaterial der einzelnen Monologe nach Themen verknüpfte. Interessant und kurzweilig ist dieses Puzzle aus sieben Charakteren und Perspektiven - und eine Liebeserklärung an die Brüder dieser Welt. Mit den Worten von Hannes: "’Ne Schwester wär schon nicht schlecht gewesen, aber wen hättste dafür weggegeben?"

[ Sylvia Görke ]

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