Originaltitel: 8 FEMMES

F 2002, 108 min
Verleih: Constantin

Genre: Komödie, Schräg, Schwul-Lesbisch

Darsteller: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier

Regie: François Ozon

Kinostart: 11.07.02

1 Bewertung

8 Frauen

Hennen Rennen: Frankreichs Diven im Nahkampf

Die Idylle ist trügerisch! Pünktlich zur Weihnachtszeit kommt die Familie zusammen, um in Harmonie und Geselligkeit das Fest zu begehen.

Die Idylle trügt schon deshalb, weil hinter den Mauern der märchenhaft anmutenden Villa im tief verschneiten Frankreich der 50er Jahre akuter Zickenalarm zu befürchten ist, denn der Clan besteht ausschließlich aus drei Generationen geballter Weiblichkeit: Großmutter, Töchter und Töchterstöchter. Nicht ganz korrekt: eine Kammerzofe ist auch anwesend, und vom anderen Geschlecht, dem starken nämlich, ist nur noch Schwäche zu vermelden, denn das großväterliche Familienoberhaupt wird hinterhältig mit einem Messer im Rücken aus dem feministischen Diesseits befördert. Und jetzt geht’s los: Wer war es, wer hatte welche Gründe, wer stand wie zum toten Manne und überhaupt? Da bleibt viel Platz für Zänkereien, Raufereien und aufkeimende Niederträchtigkeit. Für Trauer kaum, und das ist wunderbar so.

François Ozon, dieser rehäugige und so sanft anmutende Geschichtenerzähler muß es faustdick hinter seinen niedlichen Ohren haben. Er berichtet vom Ausbruch angestauter Familientragödien, von Haß und Mißgunst, von Inzest und lesbischer Lust, von Rache und Männerneid, von Sex und Gedöns so beiläufig, als könne er doch so gar nichts dazu! Ein raffinierter Schelm und zudem ein verblüffend talentierter. Erstens gab es so etwas wunderbar schrulliges, plärrendes und hochamüsantes wie dieses Hysterietheater par excellence noch nie im Kino, und dann lockt Ozon doch aus den größten Diven des französischen Films ein derart ungeheures Maß an geballter Leidenschaft und uneitler Spiellust heraus, daß einem schwindelig wird.

Diese Wer war es denn nun?-Irrgärtnerei gipfelt letztendlich darin, daß Catherine Deneuve zuerst ihrer Filmmutter im Argumentationsnotstand das Wort verbietet (durch den Schlag auf den Kopf mit einem stumpfen Gegenstand!) und sich schließlich auf dem Teppich wälzend mit Fanny Ardant die edlen Gewänder zerwühlt. Mehr kann man doch nicht wollen!

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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