Originaltitel: A MOST WANTED MAN

USA/GB/D 2014, 122 min
FSK 6
Verleih: Senator

Genre: Krimi, Polit, Drama

Darsteller: Philip Seymour Hoffmann, Willem Dafoe, Robin Wright, Rachel McAdams, Nina Hoss, Daniel Brühl, Herbert Grönemeyer

Regie: Anton Corbijn

Kinostart: 11.09.14

10 Bewertungen

A Most Wanted Man

Gegen die Schwere des Verlusts

Manchmal kommt alles zusammen. Innerhalb eines halben Jahres muß die Filmwelt mit Robin Williams von einer weiteren Leinwandgröße Abschied nehmen. Davor war Philip Seymour Hoffman ebenso wie Williams unter Umständen aus dem Leben geschieden, bei denen man kaum mit Milde vom Unvermeidlichen sprechen kann. Beide vermochten die Leinwand auf unnachahmliche Weise zu füllen. Der magische Ort des Kinos macht es möglich, daß man ihnen auch nach ihrem irdischen Ableben noch einmal und neuerlich unbekannterweise begegnen darf. Und man kann es durchaus als Trost sehen, daß A MOST WANTED MAN nicht nur seinem Hauptdarsteller Philip Seymour Hoffmann einen würdigen letzten Auftritt beschert, sondern darüber hinaus auf ganzer Linie zu überzeugen schafft.

Anton Corbijn hat ein Händchen für tragische Figuren. Sein Debüt CONTROL porträtierte den ebenfalls unter tragischen Umständen ums Leben gekommenen Joy Division-Sänger Ian Curtis. Corbijns zweiter Langfilm THE AMERICAN folgte einem melancholischen Berufskiller ins Labyrinth seines letzten Auftrags. Perfekt ins Oeuvre reiht sich nun A MOST WANTED MAN ein. Auch hier verliert sich ein einsamer Wolf in den Wirren seines Metiers. Besagter Wolf heißt in diesem Fall Bachmann und ist Leiter einer geheimen Sondereinheit im Anti-Terrorkampf. Über den mysteriösen, gerade in Hamburg eingetroffenen tschetschenischen Flüchtling Issa Karpow will Bachmann an einen Drahtzieher des internationalen Terrors herankommen. Doch dabei stehen ihm nicht nur die Bürokraten und Besserwisser des BND und des CIA im Weg, sondern auch eine aufopferungsvolle junge Flüchtlingsanwältin.

Manchmal kommt alles zusammen. Eine starke Geschichte, ein Regisseur mit einem Auge für einprägsame Kinobilder. Und ein Cast, der bei aller anfänglichen Irritation über nationale Zugehörigkeit nie aus dem Takt fällt. Dabei bildet Hoffmanns Bachmann das Gravitationsfeld, das alle Teile des Spionagepuzzles zusammenhält. Wenn eine Figur, von der man fast nichts Persönliches erfährt, einem am Ende dermaßen nahegeht wie Hoffmanns Bachmann, dann zeugt das von wahrer Schauspielkunst. Ein Vorteil von wahrer Kunst ist, daß sie unsterblich macht. Corbijns exzellentes Genrestück reiht sich damit in die Werke mit dem Ausnahmemimen Hoffmann ein, die man trotz des bitteren Endes im Leben wie im Film immer wieder sehen möchte.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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