Originaltitel: ABOUT A BOY

USA/GB 2002, 101 min
Verleih: UIP

Genre: Literaturverfilmung, Komödie

Darsteller: Hugh Grant, Toni Colette, Rachel Weisz, Nicholas Hoult

Regie: Paul & Chris Weitz

Kinostart: 22.08.02

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About A Boy

Von Schnöseln und totem Federvieh

Es ist Jahrzehnte her, daß Wills verstorbener Musikervater mal einen Hit hatte. Heute läuft das Ding vornehmlich in Baumärkten, Badausstattern und im Hintergrund sonor emporrauschender Hotellifte. Völlig egal, denn der Schmusetitel wirft noch immer genug ab; so viel, daß sich der stinkend faule Will ein hübsches Leben leisten kann. Und wer viel Zeit hat, kommt auf kranke Ideen. So liegt es nur nahe, daß es den notorisch juckigen Enddreißiger dorthin treibt, wo willige Frauen wie dreiblättrige Kleeblätter zu finden sind: in eine Selbsthilfegruppe alleinerziehender Mütter. Will erschwindelt sich einen kleinen Sohn und landet damit prompt in den Vorgärten der Herzen aller enttäuschten Damen: manche mit fettigen Haaren und Warzen im Gesicht, andere wiederum recht hübsch anzuschauen, Susie zum Beispiel. Doch die hat eine beste Freundin, Fiona nämlich, die wiederum einen Sohn hat, den 12jährigen Marcus, und der rückt Will nach einem Selbstmordversuch seiner Mutter nicht mehr von der Pelle. Will ist vorerst genervt, doch der Kleine ist beharrlich. Sie werden Freunde. Echte Freunde ...

Es ist im Prinzip wie immer bei diesen wunderbaren, (halb-)britischen Jetztzeitkomödien: Hugh Grant gibt den sanft-ekligen und am Ende doch irgendwie Schwer-in-Ordnung-Stoffel, ein paar verdaulich-zotige Witzeleien und eine Handvoll skurriler Figuren ergänzen das Panoptikum Lebensbeobachtung, das sich hier Authentizität auf die Fahnen schreiben darf. Und doch ist ABOUT A BOY wieder eine Überraschung.

Es gelingt den Weitz-Brüdern, einen menschlichen, aber nie rührseligen Ton anzuschlagen, der auch wichtig ist, denn Selbstmordversuche, wie sie Marcus’ Mutter immer mal praktiziert, sind nicht die Schenkelklopfer an sich. Natürlich geht es dann immer wieder schnell weiter mit lebensbejahender Aufbauarbeit in Form von irrwitzigen Einfällen (so verschätzt sich Marcus beim Entenfüttern gehörig und erschlägt eines dieser putzigen, gefiederten Tierchen mit einem ganzen Laib Brot!), flotter Musik und neuen Personalkonstellationen. Erfreulich auch, daß hier endlich mal eine Kinderrolle mit einem Knirps besetzt wurde, der einem nicht nach zwei Minuten durch sein schlaumeierisches Altklugengesabbel auf die Nerven geht. Nein, im Gegenteil: Nicholas Hoult als Marcus ist die Entdeckung des Films schlechthin. Muß man den Amis mal flüstern, und schon ist Sabberlippe Haley Joel Osment Schnee von gestern.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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