Originaltitel: ABRAHAM LINCOLN – VAMPIRE HUNTER

USA 2012, 105 min
FSK 16
Verleih: Fox

Genre: Action, Horror

Darsteller: Benjamin Walker, Dominic Cooper, Rufus Sewell

Stab:
Regie: Timur Bekmambetov
Produktion: Tim Burton

Kinostart: 04.10.12

1 Bewertung

Abraham Lincoln Vampirjäger

Das etwas andere Biopic

Die erste Reaktion auf Titel und/oder Trailer dieses Werks dürfte sicher beim Leser die Frage „Was zum Geier ist das denn?“ gewesen sein. Abraham Lincoln als Quasi-Superheld, der mit der Axt gegen menschenfressende Vampirhorden in die Schlacht zieht? Sicher nicht die schlechteste Ausgangsbasis, um den dem Trash nicht abgeneigten Actionfan ins Kino zu locken. Die Enttäuschung über Timur Bekmambetovs zweiten Hollywoodfilm dürfte aber gerade bei der angepeilten Fanbase nicht gering ausfallen. Das liegt beileibe nicht am Effekte-Bombast und der ausschweifenden Gewaltdarstellung, denn hier erfüllt ABRAHAM LINCOLN VAMPIRJÄGER die Erwartungen auf ganzer Linie. Das weitaus größere Problem ist, daß dieser Trash kein Trash sein will, vielmehr die Abenteuer seines halbfiktiven Titelhelden so bierernst und humorfrei erzählt, als wolle er uns tatsächlich weismachen, der 16. Präsident der USA habe eine geheime Identität als Vampirjäger gehabt, und die Liste der Errungenschaften der amerikanischen Legende muß um eine weitere, sehr unterhaltsame Facette ergänzt werden.

Aber Lincoln wird schon als Junge brutal auf die Existenz der Blutsauger aufmerksam gemacht, als seine Mutter einem Mächtigen von ihnen zum Opfer fällt. Beim Versuch, Rache zu nehmen, wird Abes Leben von Henry gerettet, der sich als Vampirjäger entpuppt und den jungen Abe unter seine Fittiche nimmt. Und so wird aus dem einfachen Jungen ein Kämpfer gegen die dunklen Mächte, der mit Axt, Messer und Silberkugeln gegen Vampire zu Felde zieht. Ach ja, und nebenher natürlich auch noch all das macht, was dem historischen Lincoln so zugeschrieben wird: Präsident werden, das Land in einem Bürgerkrieg führen, sich gegen die Sklaverei einsetzen und die berühmte Gettysburg-Rede halten. Alles im pathetischen Tonfall von Emmerichs DER PATRIOT wohlgemerkt.

Das Problem dabei ist, daß der Film nie die erzählerische Tiefe erreicht, um die Charaktere und die rein dramatischen Passagen dermaßen ernst nehmen zu können, wie dieser Film sich selbst nimmt. Die Verweigerung jeglicher Selbstironie nimmt einem im Laufe des Films auch zunehmend den Spaß an dem, wofür man eigentlich als Zuschauer in diesen Film wollte: die toll choreographierten Kampfszenen, in denen der Mann mit Schifferkrause und Zylinder furchteinflößenden Blutsaugern in den Hintern tritt. Und das ist bei all dem Aufwand hier wirklich ein Jammer.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.