Originaltitel: LES AVENTURES EXTRAORDINAIRES D'ADÈLE BLANC-SEC

F 2010, 106 min
FSK 6
Verleih: Universum

Genre: Comicverfilmung, Abenteuer

Darsteller: Louise Bourgoin, Mathieu Amalric, Gilles Lellouche, Laure de Clermont-Tonnerre

Stab:
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson

Kinostart: 30.09.10

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Adèle und das Geheimnis des Pharaos

Leider unfähig: Indys Schwester im Geist

Man höre und staune: Luc Besson hat ungeachtet seiner mittlerweile hauptsächlichen Tätigkeit als Produzent mal wieder Zeit gefunden, einen eigenen Film zu drehen. Selbiger schickt Reporterin Adèle rund um den Globus, wo sie, wie der besser passende Originaltitel verrät, allerlei außergewöhnliche Abenteuer erleben darf, wozu Grabräuberei, lebende Mumien oder ein leibhaftig durch Paris anno 1912 randalierender Flugsaurier zählen. Nun fragt sich der Zuschauer: Was treibt das Mädel eigentlich an?

Ein mühsam gespanntes, dürres Handlungsfädchen gibt Auskunft und berichtet, daß unsere Hobby-Archäologin ihre im Koma liegende Schwester retten möchte, wozu sie die Dienste eines Professors, welcher soeben besagten Pterodactylus auf die Welt losließ, benötigt. So weit, so schräg. Und anfangs macht das Ganze tatsächlich durchaus Freude, aber bekanntlich wird aus Spaß schnell Ernst, und dann setzt Langeweile ein. Weil sich irgendwann offenbart, wie wenig Wert Besson auf eine Geschichte legt, wie selbstverliebt er in seiner Ausstattungsorgie schwelgt, wie wichtig es ihm gewesen sein muß, Protz über alles zu stellen. Da geht nicht nur Adèles ständiger Stoffwechsel – immerhin 18 Kostüme schlagen zu Buche, die meisten in nur einer Szenenfolge komprimiert – auf den Nerv, sondern auch die Figurenzeichnung mit Hilfe optischer Mittel, weswegen Schurken beispielsweise stets auszusehen haben, als wären sie dem London Dungeon entsprungen. Wohingegen Adèle, zu Beginn sympathisch, sukzessive eine immer höhere und banal plappernde Verbalfrequenz erreicht, bis sich selbst Nicht-Machos wünschen, der Dame einen Maulkorb zu verpassen. Automatisch gehen so Charme und Witz verloren, die wenigen verbleibenden Ideen verpuffen auf halbem Wege, wofür außerdem erschütternd schlechte Spezialeffekte Verantwortung tragen. Gerade Adèles wohl unvermeidlicher Ritt auf dem Urzeittier wirkt wie in den Anfängen der Computertechnik programmiert. Ihn sollte man tatsächlich gesehen haben, um diese Peinlichkeit überhaupt zu glauben.

Zwar gefällt es Besson natürlich, am Schluß neben dem obligatorischen Happy End noch einen matten Cliffhanger anzupappen, welcher mehr Kapriolen der weit gereisten Fee verspricht. Doch insgesamt wünscht man sich – sogar nach dem unsäglichen vierten Teil – lieber Indiana Jones zurück.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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