Originaltitel: A.I. ARTIFICIAL INTELLIGENCE

USA 2001, 145 min
Verleih: Warner

Genre: Science Fiction, Drama

Darsteller: Haley Joel Osment, Jude Law, Frances O’Connor

Regie: Steven Spielberg

Kinostart: 13.09.01

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A.I. Künstliche Intelligenz

Verwirrender Science-Fiction-Cocktail

Wäre A.I. ein Mensch, so müßte man ihm dringend zu einer Psychotherapie raten. Gespaltene Persönlichkeit, Entscheidungsunfähigkeit und Vermeidung von Konfrontationen sind nur einige der bedenklichen Symptome. Drei Jahre hat sich Spielberg für sein nachdenkliches Science-Fiction-Epos Zeit gelassen und überrascht mit einem schwer zugänglichen Film. Wahrscheinlich dem ersten in seiner Kinokarriere. A.I. scheint Hybrid zwischen Unterhaltungsfilm und Philosophie-Grundkurs zu sein. Die Vermutung liegt nahe, daß hier die Ideenwelt des leider zu früh verstorbenen Stanley Kubrick nachgewirkt hat, dessen Projekt A.I. ursprünglich war.

David ist niedlich, lieb und einfühlsam und ebenso Beweis der fortschrittlichen Kybernetiktechnologie in naher Zukunft. Als Prototyp eines fühlenden, mechanischen Wesens, genannt "Mecha", ist er für die Swintons der perfekte Ersatz für Sohn Martin, der seit Jahren im Koma liegt. Die Familie ist glücklich, Davids Liebe zu seinen Eltern erwacht, und alles scheint echt. Bis das Unfaßbare geschieht und Martin aus seinem Koma erwacht. Seine Eifersucht bringt Davids Gefühle durcheinander, die Katastrophe ist unvermeidbar und David wird verstoßen.

Die Stärken von A.I. sind offensichtlich: Die überwältigende Optik gehört zum attraktivsten, was in diesem Jahr über die Leinwand flimmert. Die Besetzung ist geradlinig, Frances O’Connor als Davids Mutter eine Offenbarung und der sterbensschöne Jude Law für die Rolle des Gigolo Joe geboren. Selbst Haley Joel Osment bietet einen ansatzweise nuancierten Auftritt jenseits seiner SIXTH SENSE-Dressur. Starke Emotionen und überraschender Humor geben A.I. eine perfide, fast unberechenbare Atmosphäre. Doch problematisch wird es beim Timing. Mit 145 Minuten Laufzeit ist A.I. eine Herausforderung, was sicher auch mit daran liegt, daß Spielbergs Emotionalität und Kubricks Philosophie einfach nicht zu vereinbaren sind und doch beide einfließen mußten.

Man kann A.I. also getrost auf die Schulter klopfen und sagen "Halb so wild Kleiner, wir haben alle mal unsere Findungsschwierigkeiten. Faß dich beim nächsten Mal einfach kürzer und alles wird schön..."

[ Roman Klink ]

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