Originaltitel: ALEXANDER

GB/D/NL/F 2004, 176 min
Verleih: Constantin

Genre: Biographie, Abenteuer, Historie

Darsteller: Colin Farrell, Angelina Jolie, Val Kilmer, Anthony Hopkins

Regie: Oliver Stone

Kinostart: 23.12.04

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Alexander

Oliver Stone geht ans Ende der Welt

323 vor Christus stirbt Alexander der Große im Alter von 32 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er ein Imperium geformt, das zu Blütezeiten 90 Prozent der damals bekannten Welt umfaßte. So einen Eroberer hatte die Menschheit noch nicht gesehen. Die undurchschaubare Olympias zieht ihren Sohn Alexander als gottgleichen Jungen und vor allem als Nachfolger seines kampflustigen Vaters, König Philipp auf. Dessen Thron nimmt er bald ein, und noch als Teenager führt er das makedonische Heer in die Schlacht von Gaugamela gegen eine persische Übermacht - sein erster großer Sieg, der auch mit den ersten großen Verlusten bezahlt wird. Fortan dehnt er sein Reich stetig aus, zieht mit der Armee Richtung Zentralasien. Nach Jahren des Kampfes werden seine Feldherren müde, zweifeln so manche Entscheidung an. Doch Alexander ist entschlossen, bis an den Rand der Welt zu gehen.

Es gibt nur wenige Köpfe der Weltgeschichte, die von derartigem Mythos umweht werden, wie der jugendliche Feldherr Alexander der Große. Seine Leistungen wurden niedergeschrieben, über den Menschen mag man nur mutmaßen. Doch er muß Charisma, Führungskraft und strategischen Scharfsinn besessen haben. Seltsame Entscheidungen, zum Beispiel die politisch unbedeutsame Hochzeit mit der Stammestochter Roxane, werden durch leidenschaftliche Wesenszüge gerechtfertigt. All das verkörpert Colin Farrell ebenso mutig, wie die gar nicht so unterschwellige, lebenslange homoerotische Beziehung zu Hephaistion.

Aber trotz seines kraftvollen Talents vermag es Autor und Regisseur Oliver Stone nicht, mit der einzigartigen Lebensgeschichte nahtlos zu fesseln. Aus seinem dreistündigen Epos ragen - natürlich - die zwei großen Schlachtszenen in ihrer Wucht heraus, Gaugamela und Hindukusch. Zweifelsohne sind auch die opulenten Schauplätze ein Fest für die Sinne. Doch leistet sich die Inszenierung oft einen zu unaufgeregten Atem. Und in der Entscheidung, für den Soundtrack den Synthieschamanen Vangelis anzuheuern, eifert Oliver Stone seinem Filmhelden in Sachen Rätselhaftigkeit nach. Auch der träge Erzählrahmen mit Anthony Hopkins als Alexanders Weggefährte Ptolemaios verwundert sehr. Sonst so souverän, verliert sich Oliver Stone leider in der Faszination, und so trägt Alexander einen weiteren Sieg davon: den über einen großen Filmemacher.

[ Roman Klink ]

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