Originaltitel: ALPHAVILLE - UNE ÉTRANGE AVENTURE DE LEMMY CAUTION

F 1965, 93 min
Verleih: Neue Visionen

Genre: Science Fiction, Drama

Darsteller: Eddie Constantine, Anna Karina, Akim Tamiroff

Regie: Jean-Luc Godard

Kinostart: 14.02.02

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Alphaville

Zurück in die Zukunft

Als Agent der Außenwelt reist Lemmy Caution in die Metropole Alphaville - eine Stadt, in der die Menschen von dem gigantischen Computer Alpha 60 gesteuert werden. Auf der Suche nach seinem dort verschwundenen Kollegen Henry Dickson merkt er bald, daß er die herrschenden Machtstrukturen verkannt hat. Seine Tarnung als Ivan Johnson, Reporter der Figaro-Prawda, kann er nicht lange aufrecht erhalten, da er sich den Gepflogenheiten der Stadt widersetzt. Als er sich in Natascha, die auf ihn angesetzte Tochter des Professors Vonbraun verliebt, beschleunigt dies das Geschehen. Vonbraun ist der Gründer Alphavilles und der Erfinder von Alpha 60. Bald sieht sich Lemmy Caution gezwungen, gegen den Supercomputer anzutreten ...

Godards Vision der totalitär regierten Stadt Alphaville, in der die Menschen - Zombies ähnlich - von einem gigantischen Computer gesteuert werden und in der traditionelle Werte wie Liebe und Trauer schon ausgemerzt scheinen, wird vielfach als SF-Klassiker bezeichnet. Wie François Truffauts FAHRENHEIT 451 und Chris Markers LA JETÉE (im übrigen ideenstiftend für 12 MONKEYS) ist ALPHAVILLE einer Reihe von Filmen der Nouvelle Vague zuzuordnen, die zum einen Antwort auf die SF-Tradition Hollywoods waren und zum anderen auf die rasante Modernisierungswelle in Frankreich während der 60er Jahre reagierten.

Godard bediente sich - in von ihm bekannter Manier - auch hier unterschiedlicher Quellen, mixte und fand zu einem neuen Ganzen. Seine Accessoires für die Darstellung der Zukunft finden sich im Gegenwärtigen: Lüftungsschlitze, Ventilatoren, Leuchtsignale und Autolampen in Nahaufnahme. Im harten Schwarz-Weiß fotografiert und effektvoll verfremdet, stützen die Bilder des zeitgenössischen Paris die Aussage, daß sich der Schrecken der Zukunft in der Gegenwart findet. Godards SF-Ensemble wirkt nicht weniger bedrohlich als aufwendige Computersimulationen heute, und am Ende liegt nicht zuletzt darin die nachhaltige Wirkung begründet, die ALPHAVILLE auch auf den heutigen Zuschauer auszuüben vermag.

[ Jane Wegewitz ] Für Jane ist das Kino ein Ort der Ideen, ein Haus der Filmkunst, die in „Licht-Schrift“ von solchen schreibt. Früh lehrten sie dies Arbeiten von Georges Méliès, Friedrich W. Murnau, Marcel Duchamp und Man Ray, Henri-Georges Clouzot, Jean-Luc Godard, Sidney Lumet, Andrei A. Tarkowski, Ingmar Bergman, Sergio Leone, Rainer W. Fassbinder, Margarethe v. Trotta, Aki Kaurismäki und Helke Misselwitz. Letzte nachhaltige Kinoerlebnisse verdankt Jane Gus Van Sant, Jim Jarmusch, Jeff Nichols, Ulrich Seidl, James Benning, Béla Tarr, Volker Koepp, Hubert Sauper, Nikolaus Geyrhalter, Thierry Michel, Christian Petzold und Kim Ki-duk.

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