D 2008, 95 min
FSK 0
Verleih: X Verleih

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Henry Hübchen, Burghart Klaußner, Armin Rohde, Sibylle Canonica, Peter Lohmeyer

Regie: Michael Klier

Kinostart: 08.01.09

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Alter und Schönheit

Humorige Film-Zeit für Lebensbilanzen

Manni, um die 50 und todkrank, ruft seine drei Jugendfreunde an das Sterbebett im Hospiz. Einen letzten Wunsch sollen sie ihm erfüllen: Rosi, die einstige Geliebte, finden. Die Frau aufzustöbern, ist weniger schwierig als erwartet, sie zum Mitkommen zu bewegen dagegen eine Herausforderung. Kompliziert ist auch das Miteinander bei der gemeinsamen Unternehmung. Justus, von Terminzwängen geplagt, will sich aus dem Staub machen, Harry hat zeitgleich Streß mit der Ehefrau und mit der Geliebten, und Bernie, früher schon in heimlicher Liebe zu Rosi entflammt, gerät in ein Gefühlschaos. Die einstige „Königin“ der Clique indessen steckt noch immer voller Überraschungen.

Michael Klier packt hier das Thema „Männer im besten Alter“ auf die Leinwand und versammelt mit Peter Lohmeyer, Armin Rohde, Burghart Klaußner und Henry Hübchen eine kleine Riege gestandener Schauspieler, denen die Spielfreude anzusehen und auch abzunehmen ist. Klier (auch Drehbuch) stellt ihnen – um diese auszuleben – den Ferrari des sterbenden Freundes zur Verfügung, und er läßt sie in dessen schicken Bungalow das verloren geglaubte Lebensgefühl wieder finden. Dort gibt es ein Haschisch-Versteck, alte LP’s werden aufgelegt, ein Pool läuft über, und langsam schwindet die Distanz, die Männer finden wieder zueinander.

Sibylle Canonica als Rosi, eine Frau mit attraktiv-verlebtem Charme, vervollständigt das Quartett der sich Erinnernden und übernimmt, ganz wie in den heraufbeschworenen alten Zeiten, die Rolle der Anstifterin. Nicht zuletzt ist es ihre Gegenwart, die den Männern schließlich überraschende Eingeständnisse und Resümees abringt. Trotz der tragischen Ausgangskonstellation erzählt Klier in einem leichten, humorigen Ton. Das Ringen um diesen aber ist deutlich, und geopfert wird mit ihm der mögliche Tiefgang. Im Dialog etwa oder im witzelnden Hintergrundgeschehen einzelner Szenen finden sich Überzeichnungen, und diese betonen das Oberflächliche eines Films, dem es zudem gut bekommen wäre, hätte Henry Hübchen weniger ostentativ die Hände in den Taschen und wäre Armin Rohde einmal ohne seine Aktenmappe losgezogen.

[ Jane Wegewitz ] Für Jane ist das Kino ein Ort der Ideen, ein Haus der Filmkunst, die in „Licht-Schrift“ von solchen schreibt. Früh lehrten sie dies Arbeiten von Georges Méliès, Friedrich W. Murnau, Marcel Duchamp und Man Ray, Henri-Georges Clouzot, Jean-Luc Godard, Sidney Lumet, Andrei A. Tarkowski, Ingmar Bergman, Sergio Leone, Rainer W. Fassbinder, Margarethe v. Trotta, Aki Kaurismäki und Helke Misselwitz. Letzte nachhaltige Kinoerlebnisse verdankt Jane Gus Van Sant, Jim Jarmusch, Jeff Nichols, Ulrich Seidl, James Benning, Béla Tarr, Volker Koepp, Hubert Sauper, Nikolaus Geyrhalter, Thierry Michel, Christian Petzold und Kim Ki-duk.

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