Österreich 2009, 90 min
FSK 0
Verleih: Movienet

Genre: Dokumentation

Stab:
Regie: P. A. Straubinger
Drehbuch: P. A. Straubinger

Kinostart: 28.10.10

1 Bewertung

Am Anfang war das Licht

Eine Erkundung vorurteilsfreier Neugier

Ein Mann, der seit rund 70 Jahren weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich nimmt, sondern ausschließlich Licht – nein, so was gibt es nicht. Geht ja auch gar nicht. Totaler Blödsinn. Verarsche, Scharlatanerie. Ganz klar. Da lacht der Verstand, da tippt man sich aufgeklärt an die Stirn. Da muß man ja gar nicht erst drüber reden.

Nun soll im fernen Indien (wo sonst?) Yogi Prahlad Yani aber genau das tun. Oder eher nicht tun. Also eben nicht essen und nicht trinken und stattdessen von Licht allein leben. Und wenn man einmal anfängt, diesbezüglich nachzuhaken, sich ganz entspannt ans Recherchieren macht, stößt man dabei plötzlich tatsächlich auf noch diese und jene andere Person, die von sich behauptet, über lange Strecken mit dieser Radikal-Diät über die Runden gekommen zu sein.

Also: Gibt es Menschen, die dank Photosynthese leben? Ist da ein Trick dabei? Und wenn ja, welcher? Und wenn nein – ja, was dann? AM ANFANG WAR DAS LICHT wird gerne in eine Reihe mit esoterischen Erbauungsdokus wie WHAT THE BLEEP DO WE (K)NOW?! oder AYURVEDA gepackt. Der Punkt ist nur: AM ANFANG WAR DAS LICHT ist viel besser, weil er anders ist. P.A. Straubinger, seines Zeichens Journalist beim Österreichischen Rundfunk, begibt sich mit einer gut austarierten Mischung aus Skepsis und Offenheit auf eine Erkundungsreise. Daß das materialistisch-wissenschaftliche Weltbild, gelinde gesagt, nicht in jedem Fall frei von Scheuklappen ist, setzt Straubinger dabei zwar voraus, seinen kühlen Kopf und seine kritische Distanz läßt er sich davon aber nicht nehmen. Nochmals: AM ANFANG WAR DAS LICHT ist eben kein esoterisches Erbauungsfilmchen.

Vielmehr nähert Straubinger sich dem Gegenstand seiner Betrachtung als ein „moderner Mensch“ mit dem Handwerkszeug des Journalisten und mit der Offenherzigkeit und auch mal Ironie eines wahren Aufklärers. Ohne Spekulationen, ohne kühne Schlüsse. Keine Vorurteile, keine Suggestionen. Fragen, nachhaken und zuhören. Jenen, die „unmöglich“ sagen, genauso wie jenen, die dieses „unmöglich“ für die Begrenztheit eines Materialismus halten, der sich seiner zunehmend ungewiß ist.

Und mit welcher Erkenntnis, welcher Meinung auch immer man hier das Kino verlassen mag – das, was an einer Stelle des Films als „den Denkrahmen erweitern“ bezeichnet wird, vermag in jedem Fall auch Straubingers Exkursion.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

Lesezeichen:

1 Meinung zur Rezension oder zum Film

[ 25.11.10, 08:59:19 – Johannes9126 ]
Sonst bin ich ja vom Player eigentlich objektive Rezensionen gewöhnt, hier jedoch fehlt definitiv die Recherche zu den im Film gezeigten Themen und Personen. Der Film verbindet leider nur Pseudowissenschaft mit Pseudojournalismus (oder besser gesagt dem heutigen Level von Wissenschaftsjournalismus...)

Andere machen es besser:

http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/09/am-anfang-war-das-licht.php




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