Originaltitel: AN EDUCATION

GB 2009, 100 min
FSK 0
Verleih: Sony

Genre: Erwachsenwerden, Liebe

Darsteller: Carey Mulligan, Peter Sarsgaard, Olivia Williams, Alfred Molina

Regie: Lone Scherfig

Kinostart: 18.02.10

3 Bewertungen

An Education

Coming Of Age mit brillantem Darstellerensemble

Anderswo sind die Swinging Sixties schon eingeläutet, doch die 16jährige Jenny, mit ihren Eltern wohnt sie in einer Londoner Vorstadt, erlebt nicht einmal eine Ahnung davon – der Alltag ist eintönig, es gilt vor allem eines: lernen. Ihr Ziel ist ein Oxford-Stipendium, verbunden damit die Aussicht auf ein selbstbestimmtes Leben als Lehrerin. Und als Musterschülerin ist sie ihrem Ziel gar nicht so fern, nur mit Latein hapert’s.

Vor allem der dominante Vater achtet darauf, daß Jenny nicht vom rechten Weg abkommt. Fleiß und gesellschaftliches Engagement werden großgeschrieben, und der erste schmalschultrige Verehrer der Tochter wird erfolgreich in die Flucht geschlagen. Doch eines Tages begegnet Jenny dem Mittdreißiger David. Der macht nicht nur vor ihren Freundinnen eine gute Figur, selbst die Eltern sind schnell überzeugt von ihm, und bald findet sich Jenny in einer anderen Welt wieder. Exklusive Konzertbesuche, teure Dinner, ausschweifende Parties in Nachtklubs, Ausstellungsbesuche und Kunstauktionen – was Jenny an Davids Seite erlebt, läßt sie die Schule vergessen, Neues träumen und auch ein Blick hinter die Kulisse des mondänen Stils hält sie nicht davon ab, dieses aufregende Leben zu genießen. Die Eltern sind ahnungslos, die Lehrerinnen aber alarmiert, denn Jenny scheint ihr Talent und große Chancen wegzuwerfen und alles auf eine Karte zu setzen – auf David.

Die an sich recht simpel gestrickte Coming Of Age-Geschichte, verfilmt von Lone Scherfig (ITALIENISCH FÜR ANFÄNGER), besticht vor allem durch dichte Atmosphäre. Neben der ausgesuchten Ausstattung ist dies vor allem adäquaten Dialogen (Drehbuch: Nick Hornby) und einem hervorragend agierendem Ensemble zu danken. Chapeau für die erste Kinohauptrolle von Carey Mulligan (STOLZ UND VORURTEIL), die mühelos zwischen Rebellion und Naivität balanciert und ihrem weitaus routinierteren Filmpartner Peter Sarsgaard durchaus das Wasser reichen kann. Chapeau auch für Alfred Molina in der Rolle des Vaters.

Ans Duo Scherfig-Hornby aber die Frage, warum sie die Geschichte schließlich fast auf Anfang zurückspulen. Das Ende ist abrupt, und – schade drum – es will moralisieren. Dabei schien sich gerade ein ganzes Team von Darstellern wohltuend gegen solche Attitüden zu stemmen.

[ Jane Wegewitz ] Für Jane ist das Kino ein Ort der Ideen, ein Haus der Filmkunst, die in „Licht-Schrift“ von solchen schreibt. Früh lehrten sie dies Arbeiten von Georges Méliès, Friedrich W. Murnau, Marcel Duchamp und Man Ray, Henri-Georges Clouzot, Jean-Luc Godard, Sidney Lumet, Andrei A. Tarkowski, Ingmar Bergman, Sergio Leone, Rainer W. Fassbinder, Margarethe v. Trotta, Aki Kaurismäki und Helke Misselwitz. Letzte nachhaltige Kinoerlebnisse verdankt Jane Gus Van Sant, Jim Jarmusch, Jeff Nichols, Ulrich Seidl, James Benning, Béla Tarr, Volker Koepp, Hubert Sauper, Nikolaus Geyrhalter, Thierry Michel, Christian Petzold und Kim Ki-duk.

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