D 2001, 86 min
Verleih: Nighthawks

Genre: Drama

Darsteller: Nursel Köse, Saskia Vester, Audrey Motaung

Regie: Buket Alakus

Kinostart: 25.04.02

Noch keine Bewertung

Anam

Keine Macht den Drogen, alle Macht den Putzfrauen!

So hat sich Putzfrau Anam diesen Arbeitsmorgen sicher nicht vorgestellt. Sie verpaßt fast den Bus, wird von ihrer Vorgesetzten zusammengestaucht und erwischt den Herrn Gatten mit einer Kollegin von ihrer Putzkolonne. Als schließlich noch ihr Sohn Deniz im Krankenhaus eingeliefert wird, ist das Chaos perfekt. Doch Deniz verschwindet, und Anam muß die Wahrheit einsehen: ihr Sohn ist ein Junkie. Sie will ihn suchen, hängt ihren Job als Putzfrau an den Nagel und macht sich auf den Weg. Der Hamburger Kiez ist für sie Neuland, hat Anam sich doch bisher in das "traditionelle türkische" Leben ihres Mannes eingepaßt. Sie muß über ihren Schatten springen, sich neu orientieren. Ihre Freundinnen Rita und Didi helfen dabei. Das Trio Infernal kann Deniz zwar nicht zurückholen, jedoch seiner abhängigen Freundin Mandy helfen. Anam findet zu altem Selbstbewußtsein zurück, und die Dinge scheinen gut zu laufen. Doch dann hat Mandy einen Rückfall, und Anam sinnt auf Rache an Hasan, dem Dealer.

Es ist der gute Wille hinter ANAM, der das Erstlingswerk wie ein rettender Strohhalm immer wieder aus dem Klischee-Strudel zieht. Ob es nun die haarsträubenden Dialoge sind, die Baukasten-Dramaturgie oder einfach nur mal die plakativ aufgetürmten Probleme, vieles erinnert an eine ambitionierte Schulaufführung. Selbst bei der Kameraarbeit wird auf abgedroschene Fingerübungen zurückgegriffen. Was ist hier schief gelaufen? Der Plan war sicher einfach: eine tolle Geschichte soll erzählt, Hamburg mal aus einer anderen Sicht gezeigt werden, und obendrein gibt es noch tolle Darsteller. Eben diese sind die Lebensversicherung des Werkes und entschärfen so manchen Fallstrick.

Ob es nun Saskia Vester als einfache Rita ist, Patrycia Ziolkowska als kratzbürstige Mandy oder die faszinierende Hauptdarstellerin Nursel Köse - sie bleiben in Erinnerung. Um die Filmlandschaft zu bereichern, braucht es mehr Feingefühl und weniger den Zeigefinger.

[ Roman Klink ]

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.