Originaltitel: ANGÉLIQUE, MARQUISE DES ANGES

F/Österreich 2013, 113 min
FSK 12
Verleih: Tiberius

Genre: Historie, Liebe, Drama

Darsteller: Nora Arnezeder, Gérard Lanvin, Tomer Sisley

Regie: Ariel Zeitoun

Kinostart: 12.06.14

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Angélique

Die Powerfrau

Am Anfang kämpft sie gegen ihre Hochzeit, dann für die Wahrheit und am Ende für jene Liebe, gegen die sie sich zu Beginn gewehrt hat: Das Leben von Angélique ist ein ständiges Dagegensein.

Dabei ist es ungewöhnlich für eine junge Frau im 17. Jahrhundert, einen derart eigenen Kopf zu haben. Die Tochter eines verarmten Barons wächst in der französischen Provinz auf und in eine Gesellschaft hinein, in der Frauen nicht als eigenständige Wesen betrachtet, sondern wie rohes Fleisch benutzt und behandelt werden: Der Vater verkauft sein Kind aus seinen finanziellen Nöten heraus an einen reichen und viel älteren Grafen.

Angélique nimmt sich vor, ihm eine schlechte Ehefrau zu sein, doch mit der Zeit verwandelt sich ihre Abneigung ins Gegenteil. Denn der Graf de Peyrac ist ein Querdenker, der sich den Dogmen seiner Zeit entgegensetzt und ihr vor allem den lange vermißten Respekt entgegenbringt. Das Glück aber hält nicht lange. Weil Angélique als Kind Zeugin eines politischen Komplotts wurde, steht das Leben der Familie auf dem Spiel.

In den 50er Jahren schrieb die französische Schriftstellerin Anne Golon mehr als ein Dutzend „Angélique“-Romane, die sich millionenfach verkauften. Der Kampf zweier Liebenden im rauhen Mittelalter ließ alle Welt mitfiebern. Der Film setzt nun den Anfang der Geschichte mit aufwendiger Ausstattung in Szene: Ratten bevölkern dunkle Gassen, Schwerter durchbohren Leiber, und während die Adligen rauschende Feste in herrschaftlichen Schlössern feiern und goldene Becher mit Wein befüllen, leben die Armen zusammengepfercht in Strohhütten. Auch Angélique fällt von jener Ober- in die Unterwelt und verwandelt sich vom bezaubernden französischen Landedelfräulein zur Kämpferin à la Jeanne d'Arc, die sich die Haare abschneidet und für ihr Recht das Gesetzt bricht.

ANGÈLIQUE ist das klassische Historiendrama mit viel Blut und viel Gefühl. Da wird gekämpft und erdolcht, intrigiert und heißblütig geliebt – wie in der ziemlich lang andauernden Liebesszene zwischen der schönen Nora Arnezeder und dem 30 Jahre älteren Gérard Lanvin. Und so ist ANGÈLIQUE ein eindrucksvolles, dabei aber typisches Mittelalterspektakel, bis zum Ende spannungsgeladen und doch recht vorhersehbar. Denn die Powerfrau Angélique läßt sich – so wie es sich für eine echte Heldin gehört – nicht unterkriegen, auch nicht, als der Scheiterhaufen schon brennt. Fortsetzung folgt gewiß.

[ Claudia Euen ]

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