Originaltitel: ARAGAMI

J 2002, 80 min
Verleih: REM

Genre: Action, Eastern

Darsteller: Takao Osawa, Masaya Kato

Stab:
Regie: Ryuhei Kitamura
Drehbuch: Ryuhei Kitamura

Kinostart: 12.08.04

Noch keine Bewertung

Aragami

Brutale Mythen und die große Öde

Treffen sich zwei Regisseure zufällig beim Picheln und beschließen, den kreativen Wettstreit zu wagen. Zu diesem Zweck drehe jeder seine eigene Vision des tödlichen Kampfes zweier Protagonisten im Laufe einer Nacht an nur einem Schauplatz. Kein Witz ohne Pointe, sondern anno 2001 so geschehen. Als "Duel Project" treten nun die Ergebnisse gegeneinander an – Ring frei für 2LDK (siehe Rezension) und eben ARAGAMI!

Ein verwundeter Samurai bricht an einer Tempeltür zusammen. Nach Blitzgenesung wieder erwacht, erfährt er, daß vor ihm bereits 794 tapfere Männer diesen Ort besucht und verlassen haben; allerdings immer mit Zettel am Zeh. Herr des Hauses ist nämlich Aragami, der rasende Kriegsgott, dessen einziger Wunsch darin besteht, vom ewigen Leben erlöst zu sein. Weshalb ihn der Fremde im ungleichen Duell umbringen soll.

Fans glitschiger Splatter-Orgien seien gewarnt: Anders als bei seinen bekannteren Werken DOWN TO HELL oder VERSUS läßt Regisseur Kitamura Kunstblut und Tiergedärm diesmal fast völlig in Flasche und Schlachthaus. Sonst bleibt freilich alles beim Alten, denn Gespür für Timing geht ihm unverändert ebenso ab wie die Fähigkeit, packende Geschichten zu erzählen. Was emotional wirken möchte, gerät zum Kitsch, hinter den vom Verleih gepriesenen "pointierten Dialogen" verbirgt sich prätentiöses Geschwafel.

Womit der eigentlich grundgute Ansatz, philosophische Untersuchungen über Schein und Sein, Schicksal oder die Absurdität menschlicher Existenz anzustellen, von simplifizierten Allgemeinplätzen sowie billigem Budenzauber (zur rechten Zeit einsetzendes Gewitter, Aragamis spontane Ortswechsel etc.) hinterrücks gemeuchelt wird. Auch der Beweis dafür, daß bunte Kontaktlinsen im Auge des attraktiven und so gar nicht bedrohlichen Dämons finstere Atmosphäre schaffen, steht weiterhin aus.

Wenn es dann nach endloser Diskussion bezüglich Wahl des richtigen Mordinstruments doch noch zum Gefecht kommt, zeigt dieses endlich jene inszenatorische Meisterschaft, welche man die vergangene Stunde schmerzlich vermißte. Eine partielle Entschädigung quasi – leider nur Zuschauern zugute kommend, die nicht schon selig entschlummert sind.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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