Originaltitel: THE ASTRONAUT FARMER

USA 2007, 104 min
Verleih: Neue Visionen

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Billy Bob Thornton, Max Thieriot, Logan Polish, Virginia Madsen, Jasper Polish

Regie: Michael Polish

Kinostart: 27.12.07

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Astronaut Farmer

Von Vätern und Helden

Als eine Mischung aus Don Quichotte und Space-Cowboy im silber-glänzenden Raumanzug reitet der ehemalige Astronaut Charles Farmer über seine Ranch. Er ist der Rocket Man! Seit seinem verpaßten Flug ins All, den Farmer nicht angetreten hatte, weil sein Vater im Sterben lag und der ihm dadurch die Karriere kostete - denn wer schickt schon einen seelisch labilen Astronauten gen Mond - bastelt Farmer weiter an seinem Traum: eine eigene Rakete, um die uneingelöste Erdumrundung nachzuholen. In seiner Scheune steht das beeindruckende Prachtstück. Gemeinsam mit Sohn Shepard hat er jedes Kabel eigenhändig verlötet. Am Abendbrottisch spielt die versammelte Familie täglich das Spiel: "Ich fahre in den Weltraum und nehme mit ..." Die zwei apfelwangigen Töchter himmeln ihren Vater an, Audie, die engelsgleich verständnisvolle Frau liebt ihren Mann unermeßlich und verzeiht ihm sogar, daß er die Existenz seiner Familie für seinen Traum fahrlässig aufs Spiel setzt - die Ranch nämlich ist mittlerweile völlig überschuldet.

Der Vater, den Michael Polish uns in seinem modernen Märchen präsentiert, ist nicht der hoffnungslos mit seinem Familienleben überforderte Karrieretrottel, wie in anderen Familienkomödien häufig anzutreffen, sondern ein echter Held. Er ist ein Mann mit Visionen, der seinen Kindern vorlebt, daß - obwohl die ganze Stadt ihn als Spinner belächelt - es sich lohnt, an Ziele und Werte zu glauben. Als das FBI auf seine Rakete aufmerksam wird, fortan die Farmersche Ranch rund um die Uhr überwacht, und ein ganzes Camp von Journalisten auch noch ihre Zelte aufschlägt, um die mögliche Sensationsnachricht von Farmers Start ins All zu verkünden, steht die Familie wie ein Baum hinter ihm - eine Botschaft, die amerikanischer nicht sein kann: mit hohen Idealen nach den Sternen greifen und dabei seine Wurzeln nicht vergessen.

Man darf annehmen, daß Polish Kritik an den unlängst aufkeimenden, amerikanischen Weltherrschaftsphantasien üben möchte, wenn er am Ende seinen dickköpfigen Helden gegen das große System gewinnen läßt. Und auch wenn einem die konservative Heiligkeit der Wundertraumfamilie schon etwas im Magen liegt, verdrückt man sich ab und an eine kleine Träne und freut sich, daß Träume durch Beharrlichkeit doch wahr werden können. Vielleicht ist diese Botschaft an Kinder und Väter nicht die schlechteste, zumindest ist sie allemal anrührend erzählt.

[ Susanne Schulz ]

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