Originaltitel: DE L’AUTRE CÔTÉ DU LIT

F 2008, 93 min
FSK 6
Verleih: Movienet

Genre: Komödie, Liebe

Darsteller: Sophie Marceau, Dany Boon, Anny Duperey

Regie: Pascale Pouzadoux

Kinostart: 28.01.10

1 Bewertung

Auf der anderen Seite des Bettes

... tobt ein schräger Geschlechterkrieg

Es scheint ein gar nicht mal so selten auftretendes Beziehungsproblem zu sein: Man zweifelt am Arbeitsaufkommen des Partners, schuftet sich sowieso viel mehr den Buckel krumm und könnte den Job des Anderen mit Leichtigkeit ungleich besser erledigen. Vor allem Hausfrauen stehen seitens des Gatten häufig im Ruch, daheim ein faules Leben zu führen.

Das betrifft zum Beispiel Ariane, ihres Zeichens Mutter zweier Kinder. Nebenher Schmuckverkäuferin. Neigte schon als Kind zum Ausschlafen. Und wälzt sich deswegen immer noch den ganzen Tag im Bett? Ehemann Hugo, der erfolgreiche Manager einer Firma, glaubt es und macht seiner besseren Hälfte entsprechende Vorhaltungen. Doch nun hat Ariane es endgültig satt, schlägt erst den nörgelnden Angetrauten nieder und dann einen Handel vor: Man solle für begrenzte Zeit die Rollen tauschen. Der gemeinsame Sohn ist darüber wenig erfreut und empfiehlt die Scheidung, aber trotzdem zieht das Pärchen unbeirrt den gefaßten Plan durch.

Was dem Film Gelegenheit gibt, von Anfang an mächtig aufs Tempopedal zu drücken und immer wieder seinen größten Trumpf auszuspielen, namentlich Sophie Marceau als Ariane. Offensichtlich ist sogar die Kamera der seit LA BOUM-Zeiten scheinbar nur um wenige Tage gealterten Aktrice verfallen und umschwebt sie wie eine Motte das Licht. Folglich sieht Marceau auch dann noch zum Niederknien schick aus, wenn sie als Neu-Karrieristin ißt wie ein echter Kerl (heißt: Schwein). Aus derlei Klischees, ob wahr oder falsch, nährt sich das ganze Geschlechterspiel, während Hugo seine weibliche Seite entdeckt oder Ariane erkennt, was Männer tagtäglich so erleben.

Klar ist das, gerade für französische Verhältnisse, nicht gerade subtil im Humor, manchmal gar klamottig, aber meistens eben trotzdem schreikomisch. Hinzu kommt der genaue Blick einer Regisseurin für Details; etwa im hübschen Running Gag mit versteckten Schokobären. Daß einer Liebesszene „L'amour est un oiseau rebelle“ aus Bizets „Carmen“ zur Seite gestellt wird, spricht ebenfalls für femininen Ideenreichtum. Und wie selbstverständlich selbst Arianes Mutter noch mal die Liebe entdecken darf, ringt sowieso Respekt ab.

Okay, am Ende geht der flotten Idee dafür schon ein wenig die Puste aus. Aber immerhin ist dann zu erfahren, worin das Geheimnis einer funktionierenden Beziehung liegt. Ein Satz, so schön wie der ganze Film.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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