D 2017, 101 min
FSK 6
Verleih: NFP

Genre: Komödie, Liebe, Literaturverfilmung

Darsteller: Jessica Schwarz, Felix Klare, Christoph Letkowski, Judy Winter, Elena Uhlig

Regie: Pepe Danquart

Kinostart: 13.07.17

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Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner

Eine zweite Chance für die Liebe

Weiße Sandstrände und lange Reisen, mittels derer man sie erreicht, sichern einer Reihe SchriftstellerInnen das Überleben. Nicholas Sparks zum Beispiel, Susan Elizabeth Phillips, Susan Mallery. Oder Mrs.-Edelstein-Trilogie Kerstin Gier. Sie verfaßte, gleichsam als Information, Warnung bzw. Auslöser hoher Vorfreude, zu vorliegender Komödie die Schmökervorlage. Inhaltlichen Anspruch hat das Ganze daher wohl eher von fern gesehen. Und Jessica Schwarz übernahm die Hauptrolle …

Beides akzeptiert, dann los, und schon brettert Schwarz alias Kati dem feschen Doc Felix übers Rad, Frauen am Steuer halt. Vor der Leinwand grinst hämisch der mitgeschleifte Göttergatte, auf ihr schließen sich hübsch animiert vergehende Jahre, Zusammenzug, Hochzeit, Felix’ Beförderung an. Logischerweise führt Letztere zu Zeitmangel, Katis Einsamkeit, Zickereien. Ob der erneut durch motorisiertes Unvermögen (Macho-Gags werden wiederholt bekanntlich immer viel spritziger) in Katis Leben getretene Künstler Mathias vielleicht besser zur leidenschaftlichen Verpartnerung taugt?

Handlungstechnisch reißt das nun wie erwartet nicht mal einen Bonsai aus, auch die Protagonisten hinterlassen keine schauspielerischen Spuren, denen aufgeregt zu folgen wäre, bloß reichlich schale Charaktere wollen sich entlang eines arg konventionellen Beziehungsbildes verbreiten. Dafür steuern fast alle Nebenfiguren und -darsteller tolle Kabinettstückchen bei: Juliane Köhlers herrlich biestige Chefin amüsiert, Elena Uhlig glänzt als resolut-verletzliche Freundin von geistigem wie körperlichem Format, Pheline Roggan porträtiert eine höchst sympathische Esoterik-Blingbling-Tussi, Judy Winter strahlt weiträumig Altersweisheit unters Jungvolk, Susanne Wuest unterhält mit abgehobener Neureich-Attitüde … Nur Kumpeltyp Milan Peschel den Partyhai und Weiberhelden abzunehmen, funktioniert nicht.

Solche geballte Power macht glatt vergessen, daß selbst OSCAR-Preisträger (hier: Pepe Danquart) nicht automatisch Kinobilder garantieren. Sowieso egal, weil plötzlich Kati einen Zeitsprung tätigt, weit zurück, bis sie neu entscheiden darf: Felix oder Mathias? Und endlich gibt’s Entspannung an der Humorfront, welche ein paar im Vergleich geradezu mutige Ideen generiert, dazu kann Schwarz auf Slapstick-Tortenflug-Level mimisch punkten, das Tempo Fahrt aufnehmen. Ja, zweite Chance recht gut genutzt!

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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