Originaltitel: FOR LOVE OF THE GAME

USA 1999, 137 min
Verleih: UIP

Genre: Drama, Liebe, Sport

Darsteller: Kevin Costner, Kelly Preston, John C. Reilly

Regie: Sam Raimi

Kinostart: 18.05.00

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Aus Liebe zum Spiel

Klebrig-süße Sportlerschmonzette

Billy Chapel hat den Zenit seiner Karriere längst überschritten. Einst war er gefeierter Star-Pitcher der Detroit Tigers. Mittlerweile kämpft er schon mehr als zwanzig Jahre für sein Team, von Verletzungen gebeutelt und auch ein bißchen müde. Am Abend vor dem letzten Spieltag erfährt er, daß die Tigers verkauft worden sind. Er muß eine Entscheidung treffen - aufhören oder weitermachen.

Jane, seit Jahren seine Geliebte, ist auf dem Weg zum Flugzeug Richtung London, will ihn verlassen, da er den Sport immer mehr brauchte als ihre Liebe. Mit höllischen Schmerzen in der Schulter und Trauer um die verlorene Liebe im Herzen steht Billy im Baseballstadion und sein letztes Spiel beginnt.

Mit dieser Exposition schleudert Raimi den Zuschauer direkt ins Zentrum des Konflikts. Was dem Baseball-Star immer am wichtigsten war - das Spiel - ist auch jetzt nach allen Niederlagen Dreh- und Angelpunkt seines Universums, auch wenn er dadurch die Liebe seines Lebens verliert. Diesem Aufbau folgt auch die Dramaturgie. Genüßlich begleitet die Kamera jede Bewegung, jeden Schlag, die kleinste Geste. Der Kopf des Spielers wird zur ganzen Welt, das Stadion zum Weltall. Gefangen in diesem Mikrokosmos erinnert sich Chapel an die vergangenen Jahre: die erste Begegnung mit Jane, ihre erste gemeinsame Nacht, das Trainingscamp, in dem er sie zum ersten Mal betrog.

Ein verflochtenes Netz von Erinnerungen wird ausgerollt. Eine Rückblende jagt die nächste. Dazwischen geht es immer wieder zurück auf das Spielfeld, zum bevorstehenden Schlag, zum Punktestand.

Kein Wunder, daß sich Raimi in diesem Labyrinth von Vergangenem und Gegenwärtigem gelegentlich verirrt. Da kommt es schon mal vor, daß man die Zeitstränge nicht mehr auseinanderhalten kann. Allerdings kann das auch an der beduselnden Liebesgeschichte liegen, die allzu klebrig süß geraten ist und vom US-tauglichen sportiven Rahmen nur mühsam zusammengehalten wird. Mit der Wahl des Hauptdarstellers ist man nicht das Risiko eingegangen, mimisches Neuland zu erschließen. Costner schwingt den Baseball-Schläger ja nicht zum ersten Mal und dürfte mindestens mit seinem engen Sportdress den ein oder anderen über die lauwarme Liebesschmonzette hinwegtrösten.

[ Sylvia Görke ]

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