Originaltitel: BAMSE OCH TJUVSTADEN

S 2014, 63 min
FSK 0
Verleih: MFA

Genre: Animation, Kinderfilm, Abenteuer

Regie: Christian Ryltenius

Kinostart: 28.12.17

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Bamse

Superheld mit Fell, Herz und Honig

Bamse. Tja, mal ehrlich, man kann schon schönere Namen tragen, vor allem als „liebster und stärkster Bär der Welt.“ Aber was soll’s – Bamse also. Für Uneingeweihte: Ißt der in blauer Latzhose rumlaufende Teddy Donnerhonig, hält ihn nichts mehr auf, dann entwickelt er – nun ja – Bärenkräfte, wird unbesiegbar, aber regelt Streitigkeiten natürlich pazifistisch, denn eins von Bamses Credos lautet: „Niemand wird durch Prügel lieb.“

Und derart gelang es ihm beispielsweise auch, den einst furchtbar bösen Wolf zum Mitglied der total netten Gemeinde umzufunktionieren. Stilecht mit Herzchengießkanne und Insektenrettungsinstinkt. Das ist exakt so niedlich, wie es klingt! Aber weil, wir erfahren es, besagter Wolf ein hartes Leben gehabt hatte, bleibt er unsicher und empfänglich für Intrigen, welche der fiese Fuchs spinnt. Selbiger kidnappt sogleich Bamses Oma, deren alltägliche Aufgaben unter anderem die Herstellung des erwähnten Donnerhonigs umfassen. Keine Superschleckerei, keine Superkräfte, freie Bahn ...

Am Gegenstand des geplanten Überfalls – ein Süßigkeitenzug – zeigt sich deutlich die anvisierte Zielgruppe, ebenso weist Pädagogisches à la ordnungsgemäßer Toilettengang vor dem Raubzug glasklar drauf hin. Ziemliche Aufregung für die ganz Kurzen ergo garantiert, wer die magische 6 hinter sich ließ, findet’s weniger spannend, fühlt sich jedoch immer noch gut unterhalten. Eigentlich sogar bestens, selbst als Ü40er. Ohne atemlose Hektik wird immer was geboten, vom Kampf gegen ein garstiges Trollodil bis zur Scharade. Letztere generiert sich aus dem wundersamen Umstand, daß hier grundsätzlich jedes Tier wortreich schwatzt – ausgenommen allein Hausmaus und -katze von Bamses Großmutter. Spielt nun das schweigsame Duo zu Ermittlungszwecken ihre Entführung nach, stellt das wirklich extrem witzig glatt manche Disney-Schnulze kalt. Und da wir gerade entsprechende Vergleiche führen: Gesangseinlagen lauern in beiden Fällen. Nur: Bei BAMSE nerven sie nicht, sondern gehen direkt in den Fuß.

Wenn schließlich ein bloß vorgeblich krimineller Hund seine Transgender-Ader entdeckt, komplettiert jene herrlich bunte, rundum gelungene Stunde ihre Toleranzbotschaft endgültig. Und beantwortet nebenbei spielerisch eine vor sämtlichen Geburts- und einigen Feiertagen stets aufs Neue heiß brennende Frage: Was schenkt man jemandem, der bereits alles hat?

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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