Originaltitel: LE FLIC DE BELLEVILLE

F 2018, 111 min
FSK 12
Verleih: Constantin

Genre: Action, Komödie, Cop

Darsteller: Omar Sy, Luis Guzmán, Biyouna, Diem Nguyen, Issaka Sawadogo

Regie: Rachid Bouchareb

Kinostart: 31.01.19

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Belleville Cop

Auch Mutti kann’s nicht richten

Amüsierten wir uns einst tatsächlich bei BEVERLY HILLS COP oder LETHAL WEAPON? Möglich, die Erinnerung hüllt sich in gnädige Schleier. Aber selbst wenn: Jedes Ding hat seine Zeit, und da hilft es anno 2019 nicht weiter, die französische Comedy-Allzweckwaffe Omar Sy ins geschmacksverirrte Hemd zu stecken und Spruchblasen in die Kodderschnauze zu legen.

Dezente Titelandeutungen weisen ja bereits auf Belleville hin, hier bringt Polizist Baaba Ganoven zur Strecke, so ungefragt wie tatkräftig von der Frau Mama unterstützt, welche ihr eigenes Recht verübt, darum beispielsweise einen nachbarschaftlichen Geheimdienst gründete und überhaupt den unfähig geglaubten Sohn dominiert. Was nun Mamans kriminalitätssensible Nase schon lange erschnüffelte, erfährt Baaba auf die harte Tour durch die öffentliche Ermordung des besten Freundes – im Viertel machen sich mächtige Drogendealer breit. Nachdem Sy angesichts der Aufgabe versagte, Trauer um den Kumpel zu mimen, geht’s ab gen Miami, Hintermänner und -frauen zur Verantwortung ziehen. Dort hat Cop Ricardo, mütterlicherseits ähnlich gebeutelt, Mist gebaut und muß deshalb als Baabas Partner büßen. Gemeinsam einsam das Kartell infiltrieren …

Spannend ist das nie, gelacht haben wir gleichfalls nicht. Weder über den bemühten ZIEMLICH BESTE FREUNDE-Gag noch humorig angedachte Verfolgungen, im Zuge derer der kleine, deutlich adipöse Ricardo gegen athletische Schurken mit häßlichem Hipster-Dutt die kurzen Beinchen streckt. Sich aus Gründen schauspielerischer Qualität Mel Gibson und Danny Glover zurückzuwünschen, will definitiv was heißen. Warum die zwischendrin zum muffeligen Verhör gebetene Dame vorab oben ohne herumshaken mußte, wissen wir nicht, wenigstens sah’s nett aus. Keiner der reichlich ungelenken Zwei-oder-mehr-Kämpfe erregte interessierte Aufmerksamkeit. Und final im Dutzend abgeknallte Kanonenfutter-Schurken ohne Kontur ließen ebenfalls Unterhaltungsstürme vermissen.

Klar hat alles das – siehe oben – in den 80ern klasse funktioniert, doch damals gehörten eben auch Achselhaare, Modern Talkings per Walkman ins Ohr gehämmerte Gejaule und Schulterpolster zum korrekt transportierten Lebensgefühl. Möchte man das ernstlich zurück? Genau. Und so kommt’s denn, daß die Emotionslosigkeit beim Betrachten (oder eher schweräugigen Durchdämmern) dieses zu späten Films kaum größer sein könnte.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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