Originaltitel: BLACK HAWK DOWN

USA 2001, 142 min
Verleih: Senator

Genre: Action, Kriegsfilm

Darsteller: Ewan McGregor, Josh Hartnett, Tom Sizemore, Sam Shepard

Regie: Ridley Scott

Kinostart: 10.10.02

Noch keine Bewertung

Black Hawk Down

... und Gerechtigkeit für alle?

Ridley, Ridley, Ridley! Was ist denn nur los? Eben noch mit GLADIATOR nach albernen Mätzchen wie die DIE AKTE JANE und THE WHITE SQUALL kongenial zurückgemeldet, mit HANNIBAL uns zwar ein reichlich ungeschicktes Filmchen, aber wenigstens Sir Anthony auf der Leinwand beschert und nun diese patriotische, nahezu geistfreie und eigentlich erschreckend reaktionäre Schlachteplatte. Was ist denn nur los?

Mr. Scott glaubt nämlich: Seit es Amerikaner gibt, gibt es also Helden. Lassen wir’s so stehen. Nun ist der Mensch an sich zwar auf dem Wege der Zivilisation kleine Schritte vorwärts gekommen, doch gibt es immer wieder diese Winkel in der weiten Welt, in denen der homo corruptus böse Dinge tut, gerade dort, wo Hilfe am nötigsten scheint. Zum Beispiel in Somalia: Zu Beginn der 90er werden Hilfsgüter der UNO von Banditen zweckentfremdet, und selbst die Blauhelme der UN-Friedenstruppen packen’s nicht, diese skrupellosen Gaunereien zu unterbinden. Da kann eigentlich nur noch die Übermacht der Amerikaner helfen. Also rin in die Helicopter, Kriegskreuzer raus auf die Meere, und schon kann das Gemetzel unter Ausschluß öffentlicher Kritik losgehen.

Und was macht dann noch Mr. Scott daraus? Er feiert’s. Hochästhetisch werden im blauschimmernden Gegenlicht kleine afrikanische, tanzende Kinder im Kampfgebiet gefilmt - super. So schön kann’s im Krieg sein. Oder nur falsch verstanden? Etwa auch diese schwarz-weiß Metzeleien zwischen guten Amis und bösen somalischen Kriegstreibern? Und als dann doch einer dieser Propeller-Vögel der Amerikaner abgeschossen wird und es tatsächlich zu Opfern unter den Tapferkeitsgeweihten kommt, ist das Faß endgültig voll. Jetzt reicht’s uns aber! Auf zum großen Negerschießen? Daran scheint’s dem Ridley gelegen: mit parteiischer Blindindifferenz geschlagen, mit Adrenalin-verseuchtem Herzbubbern läßt er Unrecht dort geschehen, wo es schon vorher zu Hause war.

Eigentlich hochgradig unbiblisch. Zwar ist Scott vom Blute Brite, vom verschleierten Sachverstand dann eben aber doch da zuhause, wo Kriege sich fabelhaft zu naivem und hoch brisantem Heldengedröhn verbraten lassen: in Hollywood.

[ Michael Eckhardt ] Michael mag Filme, denen man das schlagende Herz seiner Macher auch ansieht. Daher sind unter den Filmemachern seine Favoriten Pedro Almodóvar, Xavier Dolan, François Ozon, Patrice Leconte, Luis Buñuel, John Waters, François Truffaut, Pier Paolo Pasolini, Ingmar Bergman. Er mag aber auch Woody Allen, Michael Haneke, Hans Christian Schmid, Larry Clark, Gus Van Sant, Andreas Dresen, Tim Burton und Claude Chabrol ...
Bei den Darstellern stehen ganz weit oben in Michaels Gunst: Romy Schneider, Julianne Moore, Penélope Cruz, Gerard Depardieu, Kate Winslet, Jean Gabin, Valeria Bruni-Tedeschi, Vincent Cassel, Margherita Buy, Catherine Deneuve, Isabelle Huppert ...
Eine große Leidenschaft hat Michael außerdem und ganz allgemein für den französischen Film.

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