Originaltitel: BURIED

USA/Spanien 2010, 93 min
FSK 16
Verleih: Ascot

Genre: Thriller, Psycho

Darsteller: Ryan Reynolds, Robert Paterson, José Luis García-Pérez, Stephen Tobolowsky, Samantha Mathis

Regie: Rodrigo Cortés

Kinostart: 04.11.10

14 Bewertungen

Buried – Lebend begraben

Gnadenlosigkeit auf engstem Raum

Paul Conroy, Familienvater und Lastwagenfahrer, erwacht in einem von Sand bedeckten Sarg – hat man ihn in der Wüste vergraben? Paul weiß es nicht, kennt vorerst zudem keine Gründe, findet aber neben sich ein Handy mit schwachem Akku und arabischem Menü sowie ein Feuerzeug, welches – wie auch die Panik-Atmung des Unglückseligen – den Sauerstoff rapide verringert. Der Erstickungstod rückt mit jeder Minute näher. Paul beginnt zu telefonieren ...

Wiederholen wir das: Es gibt kein künstliches Licht, Flamme und Handydisplay müssen genügen. Außenaufnahmen in Form von Rückblenden oder Schnitten auf Gesprächspartner existieren ebenfalls nicht. Hier liegt die ganze (Echt-)Zeit über ein Mann im Dunkel zusammengequetscht, andere Schauspieler treten bloß auf Basis ihrer Stimmen in Erscheinung, mal abgesehen von einer krassen Videobotschaft und möglicherweise dem Ende, welches wir natürlich nicht verraten.

So etwas soll spannend sein? Ja. Und wie. Neben erstaunlichen visuellen Einfällen, um der Statik des Geschehens zu entgehen, sorgt dafür primär das Skript: BURIED hämmert den Zuschauer in den Kinosessel, kann darüber hinaus indes auch als hundsgemeine Satire betrachtet werden. Wenn Paul diverse Bürohengste und -stuten um Hilfe anfleht, während diese durch dämliche Fragen seine – im Wortsinn – Lebenszeit verschwenden, um schließlich keinen Millimeter vom Dienstweg abzurücken, sind das dennoch bloß Banalitäten im Vergleich dazu, was ihm sein Chef mitteilt: Dessen Reaktion ist an Menschenverachtung wirklich schwer zu überbieten. Was dem Thriller ebenso weitere Subtexte hinzufügt wie eine bestimmte Szene, welche angesichts ihrer emotionalen Wucht vielen Dramen zur Ehre gereicht.

Womit noch Ryan Reynolds erwähnt sein muß: Ganz klar, all das könnte kaum funktionieren, wäre die Hauptrolle schwach besetzt. Doch Reynolds, bislang eher durch Attraktivität als Talent aufgefallen, meistert jede Herausforderung. Wie er sich mimisch, ungeachtet der Enge mit Körpereinsatz und sogar stimmlich in Pauls Lage versetzt, ist meisterhaft. Ungeachtet aller sonstigen genannten Tugenden sollte man ergo schon allein wegen Reynolds’ Leistung erleben, ob Paul seinem Schicksal entfliehen kann, oder dieser Sarg zu seiner letzten Ruhestätte gerät.

Aber so oder so sei im besten Sinne gewarnt: Bereits vor Ablauf der anderthalb Stunden liegen die Nerven blank.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme mit Wahrheit. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Und Frank kann GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.