Originaltitel: DANCE FLICK

USA 2009, 83 min
FSK 12
Verleih: Paramount

Genre: Klamotte

Darsteller: Chelsea Makela, Shawn & Kim & Keenan & Craig & Daymon Wayans jr.

Regie: Damian Wayans

Kinostart: 03.09.09

Noch keine Bewertung

Dance Flick

Sippenhaft für die Wayans!

Entschuldigung! Für das böse Wort „Sippenhaft.“ Dummer Impuls, diese Forderung, die nach einem quälenden Kinobesuch nicht mehr zu unterdrücken war. Natürlich will so etwas wirklich niemand wirklich. Sippenhaft. Nicht mal für die Wayans. DANCE FLICK heißt deren neuer, nun ja, Film. Und wie immer ist auch diesmal die ganze Wayans-Bande an diesem beteiligt. Und wie immer ist der, nun ja, Film so wie immer. Ein Spoof-Movie eben mit Kalauern, Fürzen und verklemmten Zoten. Nur daß sich das jetzt statt des Horrorkinos (wie in der Scary-Movie-Reihe) dem Tanzfilm zuwendet.

Landei Megan zieht in die große Stadt, um hier ihren Traum von der Tanzkarriere zu verwirklichen. Was nicht so einfach ist – bei grausigen Lehrerinnen mit mächtigem Gemächt unter den Leggins, zickigen Kommilitoninnen und der Ablenkung durch strahlende Jünglinge. Einer von denen ist Supertänzer Thomas, der Megan bald unter seine Fittiche nimmt. Zugegeben: DANCE FLICK wartet mit Szenen auf, die durchaus Witz haben. Die schwarze Teenager-Mama, die ihr Baby während des Unterrichts in den Schulspind stopft. Die wie schon erwähnt mit recht maskulinen Merkmalen ausgestattete Tanzlehrerin, die vor ihr strammstehende Mädchen zusammenbellt wie der sadistische Ausbilder die Rekruten in FULL METAL JACKET. Witzig auch, wie das White Trash Girl Megan (Familienname: White), mit dem schwarzen Thomas (Familienname: Uncle) anbändelt.

Wer da jetzt bezüglich dieses Interracial-Couple-Gerangels Satire vermutet, ist freilich auf dem Holzweg. Aber wer vermutet schon bei einem Wayans-Film Satire? So wirken die erwähnten Szenen – im übrigen allesamt in einschlägigen Trailern zu sehen – so, als wären sie verunglückt. Hoppla, das war ja witzig! Da brach die Albernheit mal für kurze Augenblicke aus dem Korsett ihrer ansonsten so deprimierenden Kalkulierbarkeit aus. Inselchen zum Luftholen im Meer unendlicher Ödnis. Kleine Fata Morganas immerhin guten Nonsens in einer Wüste des Stumpfsinns.

Das Problem an Filmen wie DANCE FLICK ist nicht die Grobheit oder Zotigkeit ihres Humors. Das ist okay. Das Problem ist das Überraschungsfreie daran. Das nicht zuletzt Puritanische, das sich eben genau darin äußert: Denn hier agiert nicht Übermut, sondern bloßer Geschäftssinn bei der Pointen-Fließbandproduktion für Grenzdebile. Nein, dafür kommt man nicht in Sippenhaft. Sondern nach Beverly Hills.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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