D 2008, 92 min
Verleih: Farbfilm

Genre: Dokumentation

Darsteller: Theo Ndindwa, Nqaba Mafilika, Zandile Constable, Philip Boyd, Phylis Spira

Stab:
Regie: Elena Bromund, Viviane Blumenschein
Drehbuch: Elena Bromund, Viviane Blumenschein

Kinostart: 09.10.08

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Dance For All

Und es gibt es doch - das Ghetto-Ballett

Ein Projekt, das im Geiste zum Ende der Apartheid entstand: Die weltberühmte südafrikanische Primaballerina Phyllis Spira und ihr Ehemann Philip Boyd gründen 1991 in den Townships von Kapstadt das Tanzprojekt "Dance For All", bei dem Hautfarbe und Klasse keine Rolle spielen. Nur Begeisterung für klassischen Tanz, Talent und Disziplin sind nötig, Tanzen für alle eben. Die Schule bietet den aus einfachsten Verhältnissen stammenden Jungtänzern die Möglichkeit einer internationalen Ballett-Karriere. Die Regisseurinnen Viviane Blumenscheid und Elena Bromund begleiten einige der Schüler zwischen Township-Alltag, Tanzstunden und Auftritten.

Wie man es ganz nach oben schaffen kann, weiß Theo, der nach längerem Engagement in London nach Kapstadt zurückkehrt. Wo Theo schon ist, will Nqaba noch hin. Als eines der größten Talente der Tanzschmiede darf er für sechs Wochen zum Ballett-Training nach San Francisco, eine Erfahrung, die in ihm den Ruf der weiten Welt schürt. Die ehrgeizige Zandile will auch ins Ausland, doch zunächst wünscht sie sich nichts mehr, als daß ihr Vater zu einem ihrer Auftritte kommt. Leider läßt der sie stetig sitzen. Zu den Porträts und Interviews der herausstechenden Tanzschüler gesellen sich Performances, welche die Kraft des Tanzens und seine Wichtigkeit für die benachteiligte Jugend in den Townships beeindruckend belegen.

Die Bilder von Kameramann Franz Lustig (DON’T COME KNOCKING) sind vor allem in den Sequenzen zum Alltag der Nachwuchstänzer in den Townships atmosphärisch gelungen. In seinen Aufnahmen der Tanzstunden fehlt dann aber jene Leichtigkeit, welche die geschulten Tänzer auf dem Parkett erreichen. So schwerfällig die Kamera, so bemüht schwermütig endet DANCE FOR ALL und schließt mit Nqabas Abschied von der Kompanie. Er will in die Welt und Geld verdienen, pfeift deshalb auf die Loyalität zur Schule. Sein Abschied wirkt, wie auch einige andere Stellen im Film, zu stark inszeniert und läßt die Dokumentation auf einem melancholischen Ton enden, der nicht so recht zum energetischen Rest des Films passen will.

Trotz dieser Stolperer ertanzt DANCE FOR ALL insgesamt als Dokumentation eine solide Performance, auch wenn mit Standing Ovations und Zugabeforderungen nicht gerechnet werden muß.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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