Originaltitel: EYE OF THE BEHOLDER

Kanada 1998, 110 min
Verleih: Movienet

Genre: Thriller

Darsteller: Ashley Judd, Ewan McGregor, Jason Priestley, Geneviève Bujold, K.D. Lang

Regie: Stephan Elliott

Kinostart: 23.11.00

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Das Auge

Optisch reizvolle Agentenstory über eine unheimliche Liebe

Nachdem Stephan Elliott mit PRISCILLA, KÖNIGIN DER WÜSTE vor sechs Jahren großen Erfolg hatte, überrascht er nun mit einem düster-melancholischen Thriller um Liebe, Grausamkeit und Schuld.

"Das Auge", ein britischer Geheimagent, observiert eine Frau, die sich als grausame Mörderin entpuppt und verfällt ihr. Ashley Judd mimt die geheimnisvolle, chamäleonartige Joanna, die den Männern erst den Kopf verdreht und sie dann grausam und scheinbar eiskalt umbringt. Ewan McGregor in der Rolle des professionellen Voyeurs ist ihr immer dicht auf den Fersen. Überführen müßte er sie, den Behörden übergeben. Und doch tut er nichts, bleibt immer nur in ihrer Nähe und beginnt sogar, ihre Taten zu vertuschen und verräterische Spuren zu beseitigen. Niemals begegnen sich die beiden wirklich - "Das Auge" bleibt im Verborgenen und Joanna ahnt lediglich, daß sie einen ständigen Begleiter hat. Als sie sich endlich näher kommen, ist es zu spät...

Die Perspektive des heimlichen Beobach-ters, die das Publikum zeitweise teilt, birgt einigen Reiz. Man sieht nicht sofort alles, und oft genug muß die Phantasie das Fehlende ergänzen. Diese Stimmung aus Rätsel und Geheimnis unterstreicht Elliott noch, indem er die Überblendungen zwischen den Szenen als magisch-faszinierendes Eintauchen in eine Schneekugel realisiert. Diese moderne Form des altmodischen Nippes, die in letzter Zeit ein Revival erlebt, darf hier ihre ganze kindliche Zauberkraft entfalten und verdichtet die Hatz durch die verschiedenen US-Bundesstaaten zu einem fieberhaften Trip, bei dem es letztlich egal ist, wo man sich gerade befindet.

Doch auch diese unheimliche, schwarze Romanze ist mit allerhand Psychologie aufgerüstet, die unerklärliche Magie durch verworrene Vergangenheitsbewältigung ersetzt. Wenn Elliott "Das Auge" in Joannas Kindheit forschen läßt oder die Trugbilder seiner verschwundenen Tochter als plausible Phänomene nachträglich erklärt, reißt er mehr logische Lücken auf als er schließt.

[ Sylvia Görke ]

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