D 2010, 98 min
FSK 0
Verleih: Universum

Genre: Literaturverfilmung, Drama

Darsteller: Bruno Ganz, Elio Germano, Erika Pluhar

Regie: Jo Baier

Kinostart: 07.10.10

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Das Ende ist mein Anfang

Vom Ende einer Lebensreise

Ein Leben nähert sich seinem Ende. Der Körper verfällt, vom Krebs okkupiert. Doch mag das Fleisch schwach sein, der Geist ist willig. Und noch voller Kraft. Und so ruft Journalist und Buchautor Tiziano Terzani seinen Sohn in New York an. Ihn zu sich zu bitten, für eine letzte gemeinsame Zeit. Um zu erzählen. Von Kindheit und Jugend, von der Arbeit als Asienkorrespondent. Von der Krebserkrankung. Und von der spirituellen Erweckung, die Terzani wie eine Flut in die Einsamkeit des Himalaya und einen Kosmos transzendenter Erfahrungen trieb.

Der Tod als „ ... das letzte große Abenteuer.“ Und Terzani selbst, der sich auf dieses vorbereitet. Indem er sein Leben resümiert. Sich aussöhnt, dem Sohn erneut annähert, nicht zuletzt, um diesem den Abschied zu erleichtern. Mit DAS ENDE IST MEIN ANFANG versucht sich ausgerechnet Regisseur Jo Baier (HENRI 4) in der Kontemplation. Und siehe da, er kann es. Seine filmische Umsetzung des gleichnamigen Buches Terzanis wurde zu einem Dialogstück innerer Ruhe. Eine innere Ruhe, die sich nicht zuletzt dem anrührenden, präsenten und dabei unaufdringlichen Spiel von Bruno Ganz verdankt. Daß da mitunter die Musik etwas zu üppige Töne malt, ficht den Film nicht an. DAS ENDE IST MEIN ANFANG ist eine gelungene Reflexi-on über die letzten Dinge des Lebens – die für Terzani nicht wirklich die letzten sind.

Daß der Film es dabei schafft, einen nicht mit esoterischen Lockungen und kryptisch-religiösen Fadenscheinigkeiten das Hirn zu verkleistern oder in Sentiment und predigender Bedeutungsschwere zu dümpeln, ist in Anbetracht des Sujets und der erzählerischen Form hoch anzurechnen. Sicher, für zackige Atheisten ist diese Transzendenz-getränkte Aura Terzanis und die Art, wie Bruno Ganz diese zum Schwingen bringt, wohl nicht wirklich Ratio-kompatibel.

Und natürlich darf man auch skeptisch sein, ob der im Film entäußerten Dinge. Den Respekt indes gilt es diesem Kinostück dennoch zu zollen. Denn wann geht man schon mal aus dem Kino, mit diesem leisen Gefühl von innerem Frieden. Oder zumindest mit der Ahnung davon, daß es möglich ist, diesen zu finden.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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