D/Österreich/Luxemburg 2026, 95 min
Verleih: Farbfilm
Genre: Abenteuer, Mystery, Kinderfilm
Darsteller: Silas John, Annika Benzin, Tobias Resch
Regie: Norbert Lechner
Kinostart: 12.03.26
Kinder- und Jugendjurys arbeiten mit kritischen Zuordnungen wie „spannend“, „spielerisch erklärend“, „emotional“ und „echt.“ DAS GEHEIME STOCKWERK von Norbert Lechner hat sich diesbezüglich schon auf Festivals und an Thementagen mit vielen Sternchen, feinen Bewertungen und tosendem Applaus für jene präsentiert, die er erreichen und niveauvoll unterhalten soll: Zwölfjährige plusminus. Er funktioniert also. Altgediente Kritiker können da manchmal nur staunen. Doch diese ambitionierte Variante der Zeitreise vom Heute hin zum Nationalsozialismus der Enddreißiger hat viel Gutes, trotz dramaturgischer Hänger und Simplifizierungen. Vor allem die Kinder in den Hauptrollen sind pfiffig, das zieht immer bei der Zielgruppe. Und Hotels im Kino sowieso.
Karli ist zwölf und genervt. Seine Eltern haben im österreichischen Bad Gastein das alte Grand Hotel de l’Europe erworben und putzen es gerade heraus. Karli aber hat Sommerferien und kein Netz. Einem Zufall – im historischen Fahrstuhl zwei Etagen zugleich drücken und fest gegen die Verkleidung treten – verdankt er es, im Jahr 1938 zu landen, als das Hotel noch prosperierte, die Schatten kommender Jahre allerdings schon ins Foyer wehten. Stramme Nazis, die ihre Kinder Hermann und Heinrich nannten, trafen auf jüdische Gäste in der Zwischenwelt, korrekte Ösis übten sich in Loyalität. Karli wird fortan jeden Tag neu zum Zeitreisenden, trifft „drüben“ mit Hannah und Georg zwei Freunde und potentielle Detektive.
Neben Gags über Handies und Turnschuhe bezieht der Film seinen Reiz natürlich aus der Klammer vor historischem Hintergrund. Das ist ausbalanciert stark, wenn es spielerisch und ernst daherkommt, eher schwierig, wenn es pädagogisch wird.
[ Andreas Körner ]