Originaltitel: THE HAUNTING IN CONNECTICUT

USA 2009, 92 min
FSK 16
Verleih: Falcom

Genre: Horror

Darsteller: Virginia Madsen, Kyle Gallner, Elias Koteas, Amanda Crew, Martin Donovan

Regie: Adam Cornwell

Kinostart: 02.07.09

1 Bewertung

Das Haus der Dämonen

Wenn’s mich nur gruselte

… sehnt sich der pfiffige Held aus Grimms Märchen, der auszog, das Fürchten zu lernen, weil das nun mal zum Leben gehört und außerdem Angst ja durchaus auch lustvoll sein kann. Was das Horrorkino uns ja auch gerne immer wieder vorführen will. In letzter Zeit leider recht erfolglos. Und weil die Hollywood-Angstmacher das vielleicht schon selber merken, bedient sich einer von ihnen, Peter Cornwell nämlich, für seinen Film zur Sicherheit erst einmal eines ja inzwischen auch schon nicht mehr so ganz taufrischen Kniffs. Soll heißen, es raunt da gleich zu Beginn der Gruselmär wieder mal ganz bedeutungsschwer von den „wahren Ereignissen“, auf denen der Film basiere. Na, wenn einen das dann mal nicht schauern läßt ...

Die wahren Ereignisse: Ob der Krebserkrankung ihres Sohnes Matt sieht sich Familie Campbell gezwungen, ihren Wohnort in die Nähe eines Fachkrankenhauses zu verlegen. Das befindet sich im ländlichen Connecticut, und tatsächlich wird da alsbald ein hübsches, wenn auch recht angeranztes Anwesen gefunden. Ein großes Haus im Gregorianischen Stil. Also schön dunkel und schön verwinkelt. Ganz klar, in solchen Buden fühlt das Böse sich wohl. Und so plagen Matt bald furchterregende Visionen, die auf das grausige Geheimnis verweisen, das das Haus birgt.

Und Ruckzuck und auf Schritt und Tritt und in wenigstens jeder zweiten Szene passiert dann etwas, was geradezu erbarmungswürdig händeringend von der Leinwand „Leute, gruselt euch!“ runter schreit. Und ist man gnädig gestimmt, kann man sich dem Wunsch in zwei, drei Szenen auch mal fügen. Etwa, wenn Matt und Schwester ein altes Holzkästchen finden, in dem kleine, trockene Dinger liegen, die sich beim genauen Hinsehen als abgeschnittene Augenlider entpuppen. Ein gelungener, fast schon surrealer Moment. Der recht einsam in einem Film steht, welcher wie gehabt alles macht – außer gruseln.

Man kann sich über die abgestandene Bibelbigotterie aufregen, mit der hier das Böse in die Schranken verwiesen werden soll, oder über die Regie, die hilflos lärmt und hektisch zappelt und dabei jeglicher Atmosphäre den Garaus macht. Aber um es kurz zu machen: Viel ist da nicht in DAS HAUS DER DÄMONEN, was einen das Gruseln lehren könnte. Weil das Ganze eben trotz aller „wahren Ereignisse“ einfach doch nur wieder eine Hochglanz-Spökenkiekerei ist, wie man sie vom Horrorkino der letzten Jahre zur Genüge kennt.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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