Originaltitel: JUST GETTING STARTED

USA 2017, 93 min
FSK 6
Verleih: Wild Bunch

Genre: Komödie, Krimi

Darsteller: Morgan Freeman, Tommy Lee Jones, Rene Russo, Jane Seymour

Regie: Ron Shelton

Kinostart: 14.06.18

Noch keine Bewertung

Das ist erst der Anfang

… ist echt das Ende

Der Beruf des Kritikers, er gehört ja eher nicht zu jenen, denen man gemeinhin mit übermäßiger Sympathie begegnet. Auf irgendeiner Top-Ten-Liste der unbeliebtesten Berufszweige dümpeln Kritiker dann auch glatt neben dem Fußballfunktionär und Präsentator im Verkaufsfernsehen. Und klar: Wo Sympathie fehlt, ist, so geht es zu in der schnöden Welt, auch kein Mitleid zu erwarten. Dabei haben auch Kritiker das manchmal echt verdient.

Zum Beispiel, wenn es einen Film wie DAS IST ERST DER ANFANG anzuschauen und eben zu kritisieren gilt. Im neuesten Werk Ron Sheltons (WEISSE JUNGS BRINGEN’S NICHT) geht es um die zwei Senioren Duke und Leo. Die liefern sich erst in einem schicken Seniorenstift einen Balzkampf um die attraktive Unternehmerin Suzie, um sich dann aber bald zusammenzuraffen. Gilt es doch, jetzt gemeinsam kämpfend, einen Mafiakiller zur Strecke zu bringen.

Klingt schlicht und ist es auch. Hätte aber trotzdem was werden können. Wenigstens so halbwegs, auf dem Level einer Freiluftsommerferienzeltplatzkino-Klamotte. Zumal mit Morgan Freeman (Duke) und Tommie Lee Jones (Leo) zwei Kerle die Hauptrollen innehaben, denen man gemeinhin ja ganz gern mal zuschaut.

Allerdings nicht im konkreten Fall. Wie Marionetten ihrer selbst bolzen die Zwei derart hölzern durchs Geschehen, daß man nicht genau weiß, ob man eben Mitleid haben oder lieber doch wütend werden soll. Klar, die Opis rocken das hier runter, sich auf ihr Charisma stützend wie auf einen Rollator. Die machen eben ihren Job, erledigen ihre Arbeit. Nur war Shelton offensichtlich nicht in der Lage, diese Arbeit für seine zwei Altstars so zu gestalten, daß die auch mal anfangen zu arbeiten. Nicht, daß das bei Rene Russo (Suzie) groß anders aussieht.

DAS IST ERST DER ANFANG ist dabei schon von Anfang an ziemlich am Ende. Das peinliche Grimassieren und Hampeln Jane Seymours, die in ihrer Rolle als Mafiabraut ein Hühnchen mit Duke zu rupfen hat und ihm einen Killer auf den Hals hetzt, zeigt schon in der Eröffnungsszene, was einen fortan erwarten wird. Ein Film, inszeniert wie von einem Fußballfunktionär und darstellerisch auf Verkaufsfernsehen-Niveau. Das ist nicht nur nervig, sondern irgendwie echt auch unsympathisch. Oder zu bemitleiden.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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