Originaltitel: YES MAN

USA 2008, 104 min
FSK 6
Verleih: Warner

Genre: Komödie

Darsteller: Jim Carrey, Zooey Deschanel, Fionnula Flanagan, Terence Stamp

Regie: Peyton Reed

Kinostart: 19.02.09

2 Bewertungen

Der Ja-Sager

Jein ... und alles doch beim Alten

Nein, Jim Carreys Schauspielqualitäten sind nicht so schlecht wie ihr Ruf. An dem aber ist Carrey zweifellos selber Schuld. Warum das so ist, illustriert nun auch DER JA-SAGER auf ein Neues. Carrey spielt darin Carl. Der ist ein Leisetreter, ein verbitterter Introvertierter. Einer, der sich dem Leben verweigert, weil er sich von diesem enttäuscht fühlt. Der sich einkapselt zwischen seinem Job als Kreditprüfer in der Bank und seinem Zuhause vorm Fernseher. Kurz: Carl sagt Nein zum Leben. Bis er einem alten Kumpel über den Weg läuft, der ein „Nein“ nicht nur nicht zuläßt, sondern gänzlich aus Vokabular und Lebensführung verbannt hat. Und ein Glückskind ohnegleichen damit wurde.

So landet also auch Carl erst bei der Selbsthilfegruppe des charismatischen Ja-Sager-Gurus Terrence (herrlich durchgeknallt: Terence Stamp) und dann, wenn auch mit einigen grotesken Umwegen, auf der Sunny Side Of Life. Und das einfach nur mit Ja-Sagen: Koreanisch lernen? Ja! Einen Penner, der danach fragt, durch die Stadt kutschieren? Ja! Kredite für jedweden Unsinn bewilligen? Ja! Sich der lüsternen Oma im Nachbar­appartement für Oralsex zur Verfügung stellen? Hmm … Ja!

Und auch wir machen es jetzt hier einfach wie im Film und sagen mal großherzig „Ja!“ Ja, das Ganze ist, trotz blöder Zoten und Carreys lästigem und inflationärem Gesichtsmuskel-Overacting, ganz amüsant geraten. Also nicht, daß hier irgendwas anders als nach dem Masterplan einer Carrey-Lustigkeit von der Stange gefertigt wäre. Aber Regisseur Peyton Reed bringt dabei doch erstaunlich viele Gags hinter die Ziellinie und läßt die Sentimentalitäten, die wie gehabt pünktlich nach circa 40 Minuten Blödelei einsetzen und bis zum Finale kontinuierlich zunehmen, angenehm fettarm ausfallen.

Und ja: Auch Carrey geht in Ordnung. Das heißt, na ja, eigentlich ist er grauenvoll. Deprimierend: Carrey hat von Film zu Film mehr das Gesicht eines reifen Mannes und kämpft immer noch darum, der ewige Jungbrunnen in Form des kindsköpfigen Grimassenschneiders und Hampelheinis zu sein. Aber da wir nun schon damit angefangen haben, sagen wir auch Ja zu Jim.

Denn ja, es ist nun mal so, die Fans werden sich den Bauch halten vor Lachen, alle anderen den Kopf vor Schmerzen. Und daß es Carrey besser kann, interessiert letztlich weder die einen noch die anderen. Und ihn selbst wahrscheinlich auch nicht.

[ Steffen Georgi ] Steffen mag unangefochten seit frühen Kindertagen amerikanische (also echte) Western, das „reine“ Kino eines Anthony Mann, Howard Hawks und John Ford, dessen THE SEARCHERS nicht nur der schönste Western, sondern für ihn vielleicht der schönste Film überhaupt ist. Steffen meint: Die stete Euphorie, etwa bei Melville, Godard, Antonioni oder Cassavetes, Scorsese, Eastwood, Mallick oder Takeshi Kitano, Johnny To, Hou Hsia Hsien ... konnte die alten staubigen Männer nie wirklich aus dem Sattel hauen.

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