D 2014, 78 min
FSK 0
Verleih: Senator

Genre: Computeranimation, Abenteuer, Kinderfilm

Darsteller: Sebastian Fitzner, Malte Arkona, Christiane Paul

Regie: Peter Claridge

Kinostart: 30.10.14

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Der kleine Medicus

Biostunde in 3D

Die Idee, Menschen in Miniaturformat zu verwandeln und die Welt aus der Froschperspektive zu betrachten, kam schon 1989 in der amerikanischen Komödie LIEBLING, ICH HABE DIE KINDER GESCHRUMPFT ziemlich gut an. Der Erfolg an den Kinokassen war so groß, daß später zwei Nachfolger und sogar eine Fernsehserie gedreht wurden. Während sich damals vier geschrumpfte Kinder im Garten der gehaßten Nachbarn verirrten, geistert in DER KLEINE MEDICUS der Junge Nano in Staubkörnchengröße im Körper seines Opas herum, um ihn vor dem Roboter zu retten, der sich in seinem Gehirn verirrt hat. Wie der dort hingekommen ist, ist ziemlich vertrackt.

Es gibt einen guten und einen bösen Professor. Der eine will die Welt besitzen, der andere will sie retten. Irgendwo zwischen den beiden befindet sich Nano, ein 13jähriger Junge, der zu klein ist, als daß die Mädchen in der Schule ihn gut finden würden, und zu schlau, um ihn zu ignorieren. Gerade, als die hübsche Lilly ihn um Nachhilfe bittet, gerät sein Opa in die Hände des bösen Professors, und die beiden Kinder machen sich auf, ihn zu retten. In einer Raumkapsel fliegen sie durch Dick- und Dünndarm, Venen und Adern, allerlei Organe und sogar die Irrwege des Gehirns. Das ist zwar blutig und glibbrig, aber so gut animiert und plastisch dargestellt, daß es nicht eklig wird. Die Vorlage zum Film ist das gleichnamige Buch von Arzt und Autor Dietrich Grönemeyer. Er lehrt den Kindern nicht nur die Funktionsweise des menschlichen Körpers, sondern auch, welche Vorteile es bringt, nicht allein unterwegs zu sein.

DER KLEINE MEDICUS ist ein unterhaltsamer 3D-Animationsfilm, der die Welt klar in Gut und Böse einteilt. Nano ist aufgeweckt, angstfrei und lebenshungrig, es macht Spaß, ihm dabei zuzusehen, wie er die Welt entdeckt. Nur leider kommen in DER KLEINE MEDICUS die Mädchen ziemlich schlecht weg. Während Nanos Schwester nur mit ihren Klamotten beschäftigt ist und sich mit Oma Gurkenscheibchen aufs Gesicht legt, hat auch Freundin Lilly wenig für die Schule übrig: Erst Nano zeigt ihr, was dabei rausspringt, wenn man sich für allerlei Dinge begeistert. Dennoch: Die Vorstellung, einmal in einem U-Boot durch einen menschlichen Körper zu jagen, ist gigantisch und könnte in Kinderkreisen womöglich auch Kassenschlagerpotential haben, zumal die Bio-Hausaufgaben nach dem Filmgucken auch schon erledigt wären.

[ Claudia Euen ]

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