Originaltitel: AS BODAS DE DEUS

Portugal/F 1998, 150 min
Verleih: Pegasos

Genre: Komödie

Darsteller: Rita Durao, João César Monteiro, Joana Ázevedo

Regie: João César Monteiro

Kinostart: 11.01.01

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Deus’ Hochzeit

Monteiro beschwört die Lust auf Erden.

Was soll man von dieser Szene halten? João, ein kurioses Hutzelmännchen im Ronaldo-T-Shirt spaziert zum Picknick an einer einsamen, alten Uferbank, wirft aber nach und nach alle dazugehörigen Utensilien in den See. Dann stolziert ein uniformierter "Bote Gottes" ins Bild, um dem seltsamen Kauz eine verblüffende Geldsumme zu überreichen und ihn damit "zum mächtigsten Mann der Welt zu machen".

Nun gut, unser Held zählt die Scheine, doch die verheißungsvolle Stille wird durch das Aufprallen eines schweren Gegenstandes jäh unterbrochen. Als João nachsieht, findet er ein junges Mädchen, Joana, dem Ertrinken nahe. Er springt ins Wasser und rettet die Schöne - um sie augenblicklich in einem Kloster abzuliefern! In den Park zurückgekehrt, findet er sein kostbares Geschenk wieder, glücklicherweise unberührt. Und nun erst beginnen die wirklichen Abenteuer des João de Deus. Gelassen, aber zielstrebig, kauft er sofort eine prächtige Villa, um ungestört seinen Lieblingsbeschäftigungen zu frönen, etwa einem stilvollen Mahl, dem Zigarillo auf der Terrasse, dem Lauschen des Windes in uralten Bäumen, nicht zuletzt dem unverhofften Besuch der geheimnisvollen Prinzessin Gombrovicz. Und um bei jeder Gelegenheit über Gott, Ehre, Entsagung oder den Zweck des Daseins zu sinnieren...

In Portugal, am südlichsten Zipfel des europäischen Kinos, versteckt sich eine Handvoll verwegener Regisseure, mehr oder weniger versponnene Exzentriker, die auf sehr einfache und zugleich schwer zugängliche Weise ihre ganz eigenen Bilder- und Gedankenwelten inszenieren. De Oliviera, Bothelo, Pedro Costa oder eben João César Monteiro geben dem Publikum seit Jahren wunderschön knifflige Leinwand-Rätsel auf, selbstironisch, zweiflerisch, provozierend, frappierend losgelöst von jeglicher Mainstream-Strategie. Monteiro, Autor und Hauptdarsteller in AS BODAS DE DEUS, darf als eine Art philosophischer Chaplin interpretiert werden, wenn er mit optischer und verbaler Opulenz abendländische Kulturgeschichte durchstreift. Andererseits treffen wir einen unermüdlichen Don Quichote bei der Beschwörung der Gesamtheit irdischer Sinnesfreuden - in leiser, skurriler Auflehnung gegen deren Vergänglichkeit.

[ Anne Riordan ]

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