Originaltitel: THE ADVENTURES OF TINTIN – THE SECRET OF THE UNICORN

USA 2011, 110 min
FSK 6
Verleih: Sony

Genre: Computeranimation, Kinderfilm, Abenteuer

Darsteller: Jamie Bell, Andy Serkis, Daniel Craig, Simon Pegg, Nick Frost

Regie: Steven Spielberg

Kinostart: 27.10.11

11 Bewertungen

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

Zurück zur Achterbahn

Steven Spielbergs Filme ließen sich schon immer gut zu Vergnügungspark-Attraktionen ummünzen: Von DER WEISSE HAI bis JURASSIC PARK – in den Universal-Studios Florida gibt es jede Menge Erlebniswelten, die dem Werk der Hollywood-Ikone nachempfunden sind. Umgekehrt fühlten sich die besten Actionsequenzen von Spielbergs Unterhaltungsfilmen stets an wie eine filmgewordene Achterbahnfahrt. Am deutlichsten ist die Parallele in INDIANA JONES UND DER TEMPEL DES TODES, wo sich Indy und seine Verfolger im Finale in einem Bergwerkwagen durch ein kurven- und abgrundreiches Tunnelsystem jagen. Nun ließ ausgerechnet die Wiederbelebung des Hutträgers mit Peitsche, INDIANA JONES UND DAS KÖNIGREICH DES KRISTALLSCHÄDELS, trotz aufwendigster Tricks den Spielberg-Touch vermissen und geriet zur unfreiwillig komischen Geisterbahnfahrt. Vielleicht war die alte Liebe zu seiner bekanntesten Hauptfigur gerostet, vielleicht hat auch nur der längst hoffnungslos verirrte George Lucas den Karren fehlgeleitet.

Bei DIE ABENTEUER VON TIM UND STRUPPI – DAS GEHEIMNIS DER EINHORN hat Spielberg mit Peter Jackson zwar ein weiteres Hollywood-Schwergewicht als Produzenten mit am Steuer, allerdings ein deutlich jüngeres als Lucas. Gemeinsam haben die beiden Frischverbandelten ihre Liebe zur kultgewordenen Comicreihe des Belgiers Hergé. Und siehe da, die Verjüngungskur in Sachen Co-Pilot läßt den Altmeister zur erhofften früheren Form auflaufen, und das auf dem hindernisreichen Neuland Animations- und 3D-Film.

Dabei geht es dem Realfilm-Giganten unerwartet leicht von der Hand, die sympathisch altmodische Welt von Hergés Detektivgeschichten mit gewohnt gekonnter Drahtseil-Action und modernster Tricktechnik zu verbinden. Trotz der in jeder Einstellung ersichtlichen Kostspieligkeit des Ganzen behält Spielbergs erster Trickfilm einen Charme und eine Lässigkeit, die vielleicht eben nur ein Mann hinbekommt, der niemandem mehr etwas beweisen muß. Das etwas im wortwörtlichen Überschwang untergehende Finale sei verziehen, denn hier wird über weite Strecken großes Abenteuerkino von Meisterhand geboten. Indiana Jones kann endlich abdanken, Tim und Struppi übernehmen ab sofort die Abenteurerkrone.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.