Noch keine Bewertung

Die Abrafaxe – Unter schwarzer Flagge

Tortuga lockt und Nena singt

Nun widerfährt auch den Abrafaxen, was die meisten ihrer Comic-Kollegen schon hinter sich haben - der Sprung auf die Leinwand. Wie man hört, ist der über 25 Jahre alte Comic erfolgreicher als je zuvor, und so werden die Schwarz-Rot-Blond-Schöpfe wohl zumindest in den Herzen der riesigen Fangemeinde butterweich landen. Für alle anderen ist jetzt Gelegenheit, die angestaubte Mosaik-Sammlung zwischen Magischen Würfeln, einarmigen Puppen und zerknautschten Kuscheltieren hervorzuholen und nachzulesen, wohin man mit Abrax, Brabax und Califax schon gereist ist. Doch die Nostalgie-Tränen perlen am inzwischen glatt-glänzenden Papier der aktuellen Ausgaben ab. Sei«s drum: im Kino muß man auf flusige Eselsohren sowieso verzichten.

Geographische Skizzen mit Schatzkarten-Flair und schweißtreibende Abenteuer vor kindgerecht bearbeitetem Geschichtshorizont - die Essentials haben es auf die Leinwand geschafft. Diesmal werden die drei ins goldene Zeitalter der räuberischen Seefahrt befördert. Ein schlauer Papagei, besoffene Matrosen und deren blödsinniger spanischer Befehlshaber Don Archimbaldo bestreiten den komischen Teil der Schiffspassage. Doch die tapferen Abrafaxe machen auch Bekanntschaft mit dem furchtbaren Piraten Black Beard und dessen ebenso legendärer wie lieblicher Widersacherin Anne Bonney.

So weit, so bewährt. Allerdings haben die Kanonen der Piraten auch Löcher in den Rumpf der Erzählung geschossen: wenn ganze Schiffe aus dem logischen Nichts auftauchen, wenn eine schluchzende Anne den treuen Räuber-Weggefährten plötzlich als ihren geliebten Vater identifiziert, wird auch das fröhlichste Kindergesicht in dumpfem Grübeln versinken. Das mit Shanty benamste Väterchen schwebt auch noch als düsteres Omen über der Tonspur, denn was man von Disney kennt und fürchtet, hat hier Nena mit einem schmissigen Titelsong beigesteuert. Mit einem Comic-Heft wäre das nicht passiert!

D 2001, 85 min
Verleih: UIP

Genre: Animation, Comicverfilmung

Regie: Gerhard Hahn, Tony Power

Kinostart: 25.10.01

[ Sylvia Görke ]

Lesezeichen:

Ersten Kommentar schreiben zur Rezension oder zum Film




* Pflichtfelder

Die Angabe eines Echtnamen ist nicht erforderlich: Spitznamen bzw. Nicknames sind erlaubt!

Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht!

HTML nicht erlaubt.