D 2013, 93 min
FSK 0
Verleih: Real Fiction

Genre: Dokumentation

Regie: Ralf Breier, Claudia Kuhland

Kinostart: 28.11.13

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Die Familie mit den Schlittenhunden

... folgt dem Ruf der Wildnis

Schon Jack London wußte, daß die Kombination Mensch, Wolfshund und eisige Wildnis bestens für starke Geschichten taugt. Ob die Dokumentarfilmer Ralf Breier und Claudia Kuhland den amerikanischen Naturalisten im Kopf hatten, als sie sich eine Aussteigerfamilie im hohen Norden Kanadas und deren Hundeschar als Sujet aussuchten, sei einmal dahingestellt. In jedem Fall war die Begegnung mit den vier abgehärteten Naturzähmern namens Olesen und ihren Vierbeinern ein Glück für Macher und Zuschauer gleichermaßen, und der Reiz dieser Dokumentation dürfte sich nicht nur dem Freund englischsprachiger Abenteuerliteratur erschließen.

Die Familie Olesen lebt seit Jahrzehnten in der kanadischen Wildnis fernab der Zivilisation. Im eiskalten Winter wird ihr Alltag von harter Arbeit bestimmt. Denn ohne Supermarkt um die Ecke braucht man schon mal die Flinte, um den Winter über was zum Kauen zu haben – und nicht selbst als Futter für Bären oder Wölfe zu enden. Dazu haben Dave, Kristen und ihre beiden Töchter Annika und Liv nicht nur sich selbst zu versorgen, sondern auch ihre 37 (!) Alaska-Huskys. Besonders das Leben der beiden Mädchen dreht sich fast ausschließlich um die pelzigen Familienmitglieder. Nachdem die Eltern der Teenager sich mit ihrem Rückzug aus der Zivilisation auch mehr und mehr vom ihrem langzeitigen Hobby, den Schlittenhunderennen, verabschiedet haben, treibt es nun die ehrgeizige Tochter Annika um, ihre besten Hunde gegen die anderer Züchter antreten zu sehen. Und so hat sich die 15jährige zum Junior-Iditarod angemeldet, dem härtesten Schlittenhunderennen der Welt.

Zum Glück lassen die Filmemacher diesen vor Spannung strotzenden Erzählschatz nicht zur romantischen Naturfreund-Phantasie verkommen, sondern zeichnen ein ambivalentes Bild eines einzigartigen Lebensweges, bei dem keineswegs zu kurz kommt, mit welchen Entbehrungen das porträtierte Familienleben verbunden ist. Mit dem Rennen wird dem ohnehin schon packenden Film ein würdiges Finale beschert, bei dem allein die beschwerliche Reise über 3500 Kilometer zum Austragungsort nach Alaska vermittelt, mit wieviel Leidenschaft diese Mensch-Tier-Beziehung hier gelebt wird. Auch für ein Filmteam dürfte so ein Leben in der Wildnis eine echte Herausforderung gewesen sein. Umso schöner, wenn es sich am Ende für alle gelohnt hat, auch und besonders für den Zuschauer.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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