Originaltitel: MONEYBALL

USA 2011, 126 min
FSK 0
Verleih: Sony

Genre: Drama, Sport, Romantik

Darsteller: Brad Pitt, Jonah Hill, Philip Seymour Hoffman, Robin Wright

Regie: Bennett Miller

Kinostart: 15.03.12

1 Bewertung

Die Kunst zu gewinnen – Moneyball

Ungeschönt und dennoch romantisch: Ein Kunstwerk von einem Sportfilm

„Wie soll man nicht romantisch werden, wenn’s um Baseball geht?“, fragt Billy Beane, der Hauptcharakter, am Ende dieses bemerkenswerten Films über Mut und Integrität im Profibaseball. Als gemeiner Europäer wird man sicher „Ganz einfach!“ antworten können, schließlich ist die uramerikanische Teamsportart bei uns in etwa so beliebt wie Fliegenfischen. Dennoch lohnt es sich auch für Menschen ohne Sky Sports-Abo, den neuen Film von Bennett Miller (CAPOTE) anzusehen. Denn die Geschichte weist, wie jede gute Story, über ihren Kosmos hinaus. Es ist eine Underdog-Geschichte. Aber hier wird kein David-gegen-Goliath-Szenario aufgemacht, an dessen Ende der große Triumph des kleinen Mannes steht. Denn wie alles im Leben ist es auch im Baseball weitaus komplizierter, und dies zeigt MONEYBALL ungeschönt und authentisch.

Am Anfang steht ein simpler Vergleich: Der Jahresetat der Oakland Athletics – jenes Team, dessen General Manager Billy Beane Mr. Pitt hier hervorragend verkörpert – wird dem Budget der New York Yankees gegenübergestellt. Beide Teams prallen in den MLB-Halbfinals 2001 aufeinander, und die Yankees hatten für ihr Erfolgsjahr mehr als das Dreifache des Etats von Oakland. Oakland verliert. Das hier ist kein Außenseitermärchen. Beane muß in der nächsten Saison verkraften, daß seine Topspieler alle zu den reichen Klubs weiterziehen. Billy scheint mit seinem Latein am Ende. Da stößt er auf den jungen Yale-Absolventen und Statistikfreak Peter Brand. Der schlägt Billy eine neue Strategie vor. Eine, bei der es nicht um Starspieler, sondern nur um das beste Endergebnis geht. Gegen alle Widerstände verändern die beiden die Regeln, wie man im Baseball ein Siegerteam schmiedet, und schreiben Sportgeschichte. Auch wenn am Ende wieder nicht die Champagnerdusche wartet.

Die große Kunst der Macher von MONEYBALL ist es, das harte Geschäft hinter dem Profisport eiskalt zu offenbaren, ohne dabei die Liebe zum Baseball preiszugeben, die in jeder der brillant gefilmten Spielszenen zu spüren ist. Doch das wahre Drama spielt hier hinter den Kulissen, in den Trainingsräumen und Büros, wo ein exzellenter Cast brilliert und die menschliche Dimension des Sports hautnah spürbar wird. „Wie kann man nicht romantisch werden, wenn’s um Baseball geht?" Nach diesem Film ist es selbst für den gemeinen Europäer gar nicht mehr so einfach.

[ Paul Salisbury ] Paul mag vor allem Filme, die von einem Genre ausgehen und bei etwas Neuem ankommen. Dabei steht er vor allem auf Gangsterfilme, Western, Satire und Thriller, gern aus der Hand von Billy Wilder, Sam Peckinpah, Steven Soderbergh, Jim Jarmusch, den Coen-Brüdern oder Paul Thomas Anderson. Zu Pauls All-Time-Favs gehören DIE GLORREICHEN SIEBEN, TAXI DRIVER, ASPHALT COWBOY, SUNSET BOULEVARD, POINT BLANK ...

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