D 2016, 95 min
FSK 0
Verleih: Koryphäen Film

Genre: Tragikomödie

Darsteller: Katrin Röver, Ulrike Willenbacher, Till Firit

Stab:
Regie: Mareille Klein
Drehbuch: Mareille Klein

Kinostart: 08.02.18

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Dinky Sinky

Frau, 36, mit Kinderwahn, sucht …

Ja, wonach sucht denn Sportlehrerin Frida derart dringend? An allererster Front, man darf das klar sagen, einem Samenspender. Und zwar nicht von der Bank, sondern im wahren Leben. Weswegen sich Freund Tobias mittlerweile – und mit Recht – wie ein „Zuchthengst“ vorkommt. Tatsächlich hat Frida den ihr ganzes Dasein beherrschenden Kinderwunsch stets unbeirrt fest im Blick, beachtet fruchtbare Zeiten, errechnet Eisprünge, degradiert Sex zur alleinigen Zeugungsabsicht, eher lustlosen Paarung. Es muß endlich mal klappen, irgendwann, nach Jahren der mißlungenen Versuche!

Fridas biologische Uhr tickt ergo ohrenbetäubend laut, an sich eine ernstzunehmende Sehnsucht, jedenfalls nichts, worüber sich lustig zu machen wäre. Tut Regisseurin/Autorin Mareille Klein auch in keinem Augenblick. Dennoch befreit sie das Sujet dankenswerterweise von dessen möglicher Verbissenheit, zeichnet Frida als oft monothematischen und grundsätzlich nie entspannten, parallel aber eben viel komplexeren Charakter – und gewinnt ihr durchaus humorvolle Seiten ab, ohne deswegen das Traurige, die emotionale Angeschlagenheit der Figur, jemals zu ramponieren.

Ein zweiter, kaum weniger tragikomischer Handlungsstrang enthüllt, daß Fridas Mutter Brigitte im Internet einen Herrn kennengelernt hat. Und was für einen! Dieser Hartmut zehrt von vergangenem Ruhm, hat schon einige Frauen hinter sich gebracht, jetzt soll Brigitte ihn anhimmeln. Erledigt sie gern und zur Zufriedenheit, schließlich ist der „feine Mann“ finanziell motivierend gut gepolstert …

Alles das reißt Klein häufig lediglich szenenweise an, verweigert lang(atmig)e Auserzählung, läßt Blicke sprechen, auf den Schmerzpunkt geschriebene Szenen wirken. Und Katrin Röver praktisch leuchten: Ihre höchst präzise gespielte Frida umkurvt jede simple Nervensägerei, sie stößt vielmehr ab in irritierender Nüchternheit und gar Kälte, bewegt gleichzeitig heftig durch verzweifeltes Wünschen, macht innere Grabenkämpfe zum spannenden Gegenstand der Betrachtung.

Hätte es Klein doch außerdem noch geschafft, Fridas zunehmende und sukzessive sämtliche Existenzbereiche unterwandernde Bedrängnis nicht bloß knapp über Vorabendserienniveau zu bebildern! Na ja, ungeachtet jener optischen Macke: Was eigentlich „nur“ ein Abschlußfilm sein sollte, hat sich, bereits mehrfach prämiert, zu etwas ungleich Größerem gemausert. Berechtigt!

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme, in denen gar nicht viel passiert, weil menschliche Befindlichkeiten Thema sind. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Frank kann außerdem GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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