Originaltitel: DISTURBIA

USA 2007, 104 min
Verleih: Universal

Genre: Thriller, Teenie

Darsteller: Shia LaBeouf, Sarah Roemer, Carrie-Anne Moss, David Morse, Aaron Yoo

Regie: D.J. Caruso

Kinostart: 20.09.07

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Disturbia

Von rotierenden Meisterregisseuren und Fehlern in der Matrix

Klar, es kann nie verkehrt sein, Klassiker zu modernisieren, sie nachwachsenden Generationen zugänglich zu machen. Was sich Hollywood allerdings mit diesem Machwerk leistet, grenzt an Gotteslästerung und noch dazu Publikumsverdummung, denn vorhersehbarer erzählte in letzter Zeit kein Thriller.

Da wäre zu Beginn schon Regel Nummer 1: "Eine Idylle wird aufgebaut, um sie zu zerstören." Ergo lernen wir die Bilderbuchfamilie um Teenager Kale kennen, doch schon Momente später stirbt der Papa, was wiederum Kale traumatisiert, weshalb er seinen Lehrer verdrischt. Der Jugendrichter zeigt - natürlich - Verständnis und verhängt bloß Hausarrest, eine elektronische Fußfessel hindert den Jungen am Verlassen des Heimes.

Zwecks Emotionen trauert Kale ein bißchen über Vaters Fotos, beschäftigt sich dann jedoch schnell damit, das süße Mädel von nebenan per Fernglas zu beobachten. Während einer solchen Session fällt aber der finstere Nachbar auf - ist er gar ein Serienkiller? Kale und die nun an ihm interessierte Maid recherchieren ...

DISTURBIA möchte so offensichtlich ein Remake von DAS FENSTER ZUM HOF sein, daß es schon weh tut. Ein Aufguß als aufgepeppte Teenie-Version, cool, komisch (sofern man den Humor 15jähriger mag), mit zahmer Halbwüchsigen-Erotik und kitschig vergeigtem Gesäusel angereichert. Passend dazu meidet die Inszenierung jede Originalität: verdächtiger Nachbar schleppt nachts einen blutigen Sack durch die Botanik, bei Tag liegt ein überfahrenes Tier drin. Und so weiter. Erst, als das so obligatorisch wie pünktlich einsetzende Gewitter vom Showdown kündet, könnte Spannung aufkommen. Ein unerfüllter Wunsch, da Wackelkamera, Panikschnitt und miese Beleuchtung es erfolgreich vermeiden, etwas vom Geschehen zu zeigen. Man will die junge Zielgruppe ja nicht verschrecken.

Was ist jetzt eigentlich schlimmer: daß Alfred Hitchcock gerade mit Höchstgeschwindigkeit im Grab kreiselt? Oder der bei allen reifenden Hollywood-Ladies gefürchtete Knick im Realitätsgefüge, welcher hier Carrie-Anne MATRIX Moss dazu zwingt, die Mutter im keifenden "Räume endlich Dein Zimmer auf"-Rausch zu spielen?! Traurig, traurig.

[ Frank Blessin ] Frank mag Trash, Grenzgängerisches und Filme mit Wahrheit. Russ Meyer steht deshalb fast so hoch im Kurs wie Krzysztof Kieslowski. Und Frank kann GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN mitsprechen und wird IM GLASKÄFIG nie vergessen ...

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